Überblick über Sprecher und Vorträge für den BTD10 am 2. Juni 2017

Hier geht's zur Programmübersicht.

Artificial Intelligence

Als Folge technologischer Fortschritte, vor allem in den Bereichen Robotik und künstliche Intelligenz (KI), erlebt der Arbeitsmarkt immense Umbrüche. Wir werden somit unmittelbare Zeugen eines Ansturms von Innovationen. Vor allem in den Bereichen des maschinellen Lernens, des Zugangs zu großen Datenmengen durch zunehmende digitale Transaktionen und billige Sensoren sowie der Verfügbarkeit von schnelleren Graphikprozessoren (GPUs) werden diese Neuerungen sichtbar. Der Hauptunterschied gegenüber der Vergangenheit ist die Geschwindigkeit dieses technologischen Wandels, der mittlerweile jede Branche und jede Art von Arbeitsstellen betrifft. Die wichtigsten Fragen, die dieser Vortrag aufwirft: Werden wir in Zukunft überhaupt noch zur Arbeit gehen? Wie können sich Individuen, Organisationen und Länder auf ein Jahrzehnt voller Umbrüche in der Arbeitswelt vorbereiten? Und schließlich, wenn KI Ihnen Ihren Job nimmt, schafft sie Ihnen dafür einen neuen?

Jenny v. Podewils ist eine Wirtschaftswissenschaftlerin und Unternehmerin. Ihre Ausbildung hat sie an der University Oxford und an der Universität St. Gallen abgeschlossen. Jenny ist zudem Alumni der in Silicon Valley ansässigen Singularity University und nahm an ihren Flaggschiff „Global Solutions Program“ und „Launchpad Accelerator“ teil, wo sie sich insbesondere mit der Ausarbeitung von Lösungen für die Tech-Arbeitslosigkeit und Umbrüche in der Arbeitswelt beschäftigte. Sie hat in den Bereichen Technologie, Energie und Medien gearbeitet und war in strategischen und digitalen Transformationsprojekten eingebunden. Jenny ist Mitgründerin eines jungen Unternehmens, das ein Produkt zur Förderung einer Feedback- und Lernkultur auf den Markt gebracht hat. Ferner ist sie Mitglied der innovation4jobs Gruppe, einer globalen Expertengruppe zu Themen wie Arbeitsumbrüchen und Risiken in Bezug auf die Tech-Arbeitslosigkeit von Vint Cerf (Googles Chief Internet Evangelist) und David Nordfors im Silicon Valley.

Strategien zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz

Henrik Klagges - TNG 

In diesem Vortrag werden einige dringliche Fragen zum Thema künstliche Intelligenz (KI) aufgeworfen. Beispielsweise: Was ist der aktuelle Stand bei KI – zumindest, was ist öffentlich bekannt? Welche Form nehmen die verfügbaren Tools an und wie können diese von Organisationen genutzt werden? Auf welche Betriebsprobleme trifft man bei der Nutzung von KI und welche methodologischen Risiken sind bekannt? Sind Daten mehr wert, oder Algorithmen? Wie wird zukünftig KI-unterstütztes Organisieren aussehen? Dieser Vortrag versucht auf solche und ähnliche Fragen (partielle) Antworten zu geben.

Henrik Klagges hat in München Physik studiert und Informatik an der University of Oxford (M.Sc.). Er war Mitglied der IBM Physics Group München und verbrachte auch einige Zeit an dem Lawrence Livermore National Labor. Henrik programmierte den Unix Cockpit, wofür er den Gründerpreis des Deutschen Gründerfonds in 1995 gewann. 2001 gründete er zusammen mit Partnern die TNG Technology Consulting GmbH, eine High-End-Softwareentwicklungsschmiede und Beratungsfirma in Unterföhring, Deutschland. Unter der gemeinsamen Führung wuchs TNG stetig und umfasst nun knapp 280 Mathematiker, Physiker und Informatiker, von welchen 60% einen Doktortitel halten. Henrik koordiniert außerdem TNGs ‚deep learning‘ Projekte.

Das TUfast Driverless Team entwickelt seit letztem Jahr an einem vollautomatischen Fahrzeug, das im August in einem internationalen Wettbewerb am Hockenheimring teilnehmen wird. Im Rahmen dieses Vortrags werden wir Ihnen zunächst generelle Einblicke in die Entwicklung eines autonomen Formula Student Wagens geben und einen Überblick vermitteln, welche Komponenten auf dem Weg vom konventionellen Fahrzeug zum vollautomatischen Rennwagen nötig sind. Im zweiten Teil des Vortrags stellen wir das Sensorsystem des Wagens im Detail vor, verbunden mit einer Einführung in die Verwendung von Deep Learning Algorithmen für Bildsegmentierung zur Erkennung der befahrbaren Strecke in Echtzeit. Neben den am Ende angewandten Algorithmen selbst werden wir auch die in der Praxis relevanten Ansätze zur Akquise von annotierten Daten durch den Einsatz von klassischer Bildverarbeitung und Weakly-Supervised Learning vorstellen.

Steffen Schneider studiert Elektrotechnik und Neurowissenschaften an der Technischen Universität München und entwickelt bei TUfast Deep Learning Algorithmen für echtzeitfähige Bildverarbeitung und Lane Detection. Neben einer hohen Genauigkeit spielt die Zuverlässigkeit der Algorithmen im Fehlerfall und die Abschätzung von Unsicherheit eine besondere Rolle. Tobias Spath studiert Maschinenbau an der Technischen Universität München und entwickelt bei TUfast eine Aktuatorik für die Steuerung der Lenkung sowie das Emergency Brake System, welches das Fahrzeug in jeder Situation sicher zum Stehen bringt. Dabei sind Zuverlässigkeit und Präzision von besonderer Bedeutung

Big Data

Wir bei Xero haben die Mission Wege zu finden, unsere Buchhaltungssoftware intelligenter zu machen. Neben der Darstellung von eingegebenen Daten in einem ordentlichen und schönen Format, sind unsere Algorithmen auch dazu in der Lage, aus ehemaligen Eingaben zu lernen und dem Benutzer das Eingeben an sich bereits abzunehmen. Unsere Technologie sammelt dabei nicht nur Informationen: Sie lernt von dem was sie sammelt. Letztendlich werden so langweilige und alltägliche Prozesse automatisiert – und ermöglichen damit dem Kunden sich auf die relevanten Dinge zur konzentrieren. Die Herausforderung bei der Automatisierung von langweiligen Aspekten der Buchhaltung liegt nicht in den Algorithmen selbst: Es kommt auf die Entwicklung des Backends an und darum, die richtige Information zum richtigen Zeitpunkt zu erzeugen; manchmal ist die Herausforderung erst einmal herauszufinden, was die korrekte Information überhaupt ist. Kommen Sie gerne beim Vortrag vorbei und erfahren Sie, wie wir maschinelles Lernen pragmatisch nutzen, um unseren Kunden Zeit zu sparen.

Dr. Kathryn Hempstalk hat einen umfassenden Hintergrund im Bereich maschinelles Lernen, künstliche Intelligenz und Datenwissenschaften. Sie studierte Informatik an der Waikato Univeristy, wo sie auch in 2009 ihre Promotion abschloss. Seither ist sie als Forscherin und Datenwissenschaftlerin in einer Vielzahl von Branchen tätig, darunter Landwirtschaft, Computersicherheit, Gesundheitswesen und jetzt auch Buchhaltung. Kathryn hat ein Händchen dafür, sinnvolle Zusammenhänge und Erkenntnisse aus großen Datenmengen zu gewinnen. Außerdem ist sie eine talentierte klassische Gitarristin! 

Ein wachsender Anteil der menschlichen Aktivitäten wie soziale Interaktionen, Unterhaltung, Shopping und das Sammeln von Informationen werden heutzutage mithilfe digitaler Geräte und Dienstleistungen durchgeführt. Solche digital durchgeführten Aktivitäten können leicht aufzeichnet werden und bieten damit eine beispiellose Gelegenheit, vertrauliche psycho-demographische Eigenschaften mit tatsächlichem - anstelle von selbstberichtetem - Verhalten zu erfassen und zu untersuchen. Unsere Forschung zeigt, dass digitale Aufzeichnungen des Verhaltens, wie Textbeispiele, Tweets, Facebook Likes oder Web-Browser-Protokolle verwendet werden können, um eine breite Palette von Eigenschaften einschließlich Persönlichkeit, Intelligenz und politische Ansichten genau zu erfassen. Eine solche Big-Data-Auswertung hat eine Reihe von Vorteilen: Sie erfordert keine aktive Beteiligung der Teilnehmer; sie kann leicht und kostengünstig auf große Populationen angewendet werden; und sie ist relativ immun gegenüber Betrug oder Falschdarstellung. Unter der Bedingung einer ethisch korrekten Verwendung, könnte sie psychologische Einschätzungen, Marketing, Rekrutierung, Versicherungen und viele andere Branchen revolutionieren. Gelangen diese Verfahren jedoch in die falschen Hände, stellen sie erhebliche Risiken für die Privatsphäre dar. In diesem Vortrag werden wir darüber diskutieren, wie die Vorteile der Big-Data-Bewertung genutzt und gleichzeitig Fallstricke vermieden werden können.

Michal Kosinski ist Juniorprofessor für Organisationales Verhalten an der Graduate School of Business der Stanford University. Nach seiner Promotion in Psychologie an der University of Cambridge (UK) im Jahr 2014, verbrachte Kosinski ein Jahr als Postdoktorand an der Fakultät für Informatik der Stanford University. Seine Forschung hatte bedeutende Auswirkungen sowohl auf die Wissenschaft und als auch auf die Industrie. Seine Ergebnisse wurden in The Economist veröffentlicht, inspirierten zwei TED Talks, und regten eine Diskussion im EU-Parlament an. Im Jahr 2013 wurde Kosinski als einer der 50 einflussreichsten Personen im Bereich Big Data von DataIQ und IBM aufgeführt; zudem wurden drei seiner Artikel unter den Altmetrics “Top 100 Papers That Most Caught the Public Imagination” platziert.

Convergence Of Real-Time Analytics And Data-Driven Applications (auf Englisch)

Patrick Lukas, Software Engineer, und Kostas Tzoumas, Gründer und Geschäftsführer - dataArtisans

Indem wir vom Fahrersitz aus den Aufstieg der Verarbeitung von Streams mitverfolgten, haben wir miterlebt, wie Apache Flink® und zugehörige Technologien für eine Vielzahl von Business Applikationen verwendet wurden, angefangen von der Weiterleitung von Daten durch Systeme, über die Rückgrat-Funktion für Echtzeit-Analysen auf Live-Daten mit SQL oder der Erkennung von Kreditkartenbetrug, bis hin zur Implementierung ganzer sozialer Netzwerke Ende-zu-Ende. Solche Anwendungen befähigen moderne datengesteuerte Unternehmen, in denen Entscheidungen und Handlungen in Echtzeit gemacht werden, und transformieren traditionelle Unternehmen, datengesteuerter zu werden. Durch Beobachtung der Vielfalt dieser Anwendungen, die mit Flink umgesetzt werden, wird deutlich, dass die traditionelle Trennlinie zwischen analytischen und betrieblichen Anwendungen mehr und mehr verschwimmt. Historisch gesehen wurden operative Anwendungen mit transaktionalen Datenbanken gebaut und Analysen wurden offline durchgeführt. Im Kontrast dazu sind der Zustand, die Checkpunkte und das Zeitmanagement von Flink die Kernbausteine für beide, sowohl für Betriebsanwendungen mit starkem Bedürfnis nach Datenkonsistenz, als auch für Echtzeit-Analytik mit Garantie für Korrektheit. Mit diesen gemeinsamen Bausteinen fangen Entwickler an, etwas zu bauen, das wohl eine neue Klasse von datengesteuerten Anwendungen ist: Anwendungen, die betriebsbereit sind, indem sie Live-Systeme bedienen und gleichzeitig analytisch sind, indem sie komplexe Datenanalysen durchführen. Wenn sie Applikationsarchitekturen verfolgen und neue Features wie den durchsuchbaren Zustand von Flink einsetzen, rücken Stream-Analysen und Online-Anwendungen noch näher zusammen. In diesem Vortrag, der durch reale Anwendungsfälle geleitet wird, präsentieren wir, wie die einzigartigen Kernkonzepte von Flink die Entwicklung, den Einsatz und das Management von datengesteuerten Anwendungen vereinfachen. Wir schließen mit einer Vision für die Zukunft von Flink und Stream-Verarbeitung.

Hardware Hacking

Birdly - Der ultimative Traum vom Fliegen

Max Rheiner - CTO Somniacs

Birdly erfüllt den alten Traum des Menschen vom Fliegen, indem er die neueste virtuelle Realität (VR) gepaart mit fortschrittlicher Simulatortechnologie einsetzt. Die Installation schafft eine lebendige Ganzkörper-Erfahrung, die die Mechanik und Computer-Codes hinter diesem spektakulären Gerät sofort vergessen lässt. Die immersive und interaktive Natur der Anlage dient einem Ziel: die ultimative Freiheit eines Vogels zu genießen. Die Erfahrung ermöglicht es dem Benutzer, intuitiv den Himmel sowie Städte wie New York und jedes beliebige realistische oder imaginäre Territorium, das mit 3D-Computer-Grafik-Tools gebaut werden kann, zu erkunden.

Max Rheiner leitet das Master-Design-Interaktionsprogramm an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK), wo er seit 2006 in den Bachelor- und Master-Studiengängen für das Institut für Interaktionsgestaltung unterrichtet. Er erhielt sein Diplom an der Zürcher Hochschule der Künste auf dem Gebiet der New Media Arts im Jahr 2003. Seine wichtigsten Spezialisierungen sind Embodied Interaction und Physical Computing. Aus diesen Disziplinen hat er das seit 2006 laufende Physical Computing Laboratory für das Department of Interaction Design konzipiert und entwickelt. Im Jahr 2015 gründete er das erste ZHDK Spin-Off 'SOMNIACS SA', welches das Forschungsprojekt 'Birdly' in ein kommerzielles Produkt verwandelte.

Sein Forschungs- und künstlerisches Interesse konzentriert sich auf interaktive und immersiver Erfahrungen, die Methoden aus Virtual/Augmented Reality und immersiver Telepräsenz nutzen. Darüber hinaus wurde seine künstlerische Arbeit an zahlreichen internationalen und renommierten Orten wie dem Museum of the Moving Image (USA), dem Sundance Film Festival (USA), der Biennale Venedig (Italien), der Ars Electronic Linz (Österreich) und dem Yamaguchi Center für Kunst und Medien (Japan) anerkannt und ausgestellt.

Hyperloop ist ein High-Speed Transportkonzept, das von Elon Musk, dem Gründer von Tesla und SpaceX im Jahr 2013 vorgeschlagen wurde. Es sieht Transportkapseln als Vision vor, die in einem Niederdruckrohr mit nahezu Schallgeschwindigkeit schweben. Durch drastische Reduzierung des aerodynamischen Widerstandes in den oben genannten Röhren und reduzierte Oberflächenreibung durch z.B. magnetische Levitation oder Luftlager, wird das Konzept technisch machbar. Um Interesse zu wecken und Innovation zu fördern, hat SpaceX einen internationalen Wettbewerb zum Testen niedrig skalierter Versionen von Hyperloop Fahrzeugen auf einer extra zu diesem Zwecke angefertigten, 1 Meile langen Röhre in Hawthorne, Kalifornien, organisiert. Das "WARR Hyperloop" Studententeam der TU München präsentierte ihren Prototypen im Wettbewerb mit über 700 Einsendungen und 30 Finalisten sehr erfolgreich und sicherte sich am Ende den Hauptpreis für den "schnellsten Pod". Ergänzend zur letztjährigen Präsentation beim BTD9 wird in diesem Vortrag das Design und der Fertigungsprozess rückblickend mit Betrachtung der einzelnen Herausforderungen des Hyperloop-Konzepts und der Wettbewerbsvorgaben näher beleuchtet, bevor schließlich einen Blick zurück auf die Wettkampfwoche sowie den finalen Testlauf geworfen wird. Der Vortrag schließt damit, warum "Räder ziemlich gut sind".

Martin Riedel führte das Navigations- und Steuerungs-Subsystem des WARR Hyperloop-Teams, wo er für die Gewährleistung der Echtzeit und der fehlersicheren Kontrolle sowie den Betrieb des Wettkampffahrzeugs verantwortlich war. Martin macht derzeit seinen Master-Abschluss in Informatik an der Technischen Universität München.

Engineering with Toys: Exploring Advanced Mechanics with LEGO® Pieces (auf Englisch)

Paul "Sariel" Kmiec - LEGO®-Modellbauer

Die Einführung der LEGO®-Baukastensysteme ist nun schon über 60 Jahre her und hat sich seither markant weiterentwickelt. Ursprünglich hat alles mit einfachen Bausteinen für kleine Kinder begonnen, diese wurden dann immer aufwendiger und enthalten heute auch elektrische Motoren, Zahnräder, pneumatische Komponenten und sogar programmierbare Computer – was alles nun auch von Erwachsenen genutzt wird. Im Vortrag wird diskutiert, wie die besten LEGO®-Modellbauer der Welt Spielzeugelemente nutzen, um komplexe Mechanismen anzufertigen, wie neue Technologien wie 3D-Drucken dieses Hobby beeinflussen und wie weit die Entwicklungen vorangetrieben werden können, indem LEGO®-Teile für Aufgaben verwendet werden, für die sie nie gedacht waren. Paul wird diverse Beispiele aus der Wirklichkeit des Engineerings zeigen, bei welchen Teile von LEGO®-Sets verwendet wurden. Zudem präsentiert er weitere Beispiele von vollständigen, benutzerdefinierten motorisierten Modellen und spricht über verschiedene Herausforderungen und Möglichkeiten, mit denen Modellbauer aktuell zu tun haben.

Paul, auch bekannt als Sariel, lebt in Warschau, Polen, hat neun Jahre Erfahrung im Bau von kundenspezifischen LEGO Modellen sowie zwei Bücher verfasst. Er baute bereits circa 200 Modelle von Autos, Lastwagen, Panzern, Baumaschinen und sogar Zügen, Flugzeugen und Schiffen, angefangen bei sehr einfachen Modellen bis hin zu solchen, an denen er über ein Jahr lang gearbeitet hat und die annähernd 20 Meter Elektrokabel beinhalten. Seine Modelle wurden unter anderem auf den Websites von Top Gear, Jalopnik und Engaget gezeigt. Seine Panzer werden von Militärexperten, Mitgliedern von Panzerbesatzungen und dem Entwicklerteam des Spiels World of Tanks gelobt.  Zwei seiner Bücher über LEGO – “Unofficial LEGO Technic Builder's Guide” und “Incredible LEGO Technic” – sind in sechs Sprachen veröffentlicht, darunter Englisch, Deutsch und Chinesisch. Die University of Cambridge verlinkt auf ihrer Webseite des Departments of Engineering auf sein Tutorial über LEGO-Getriebe. Paul hat der Firma LEGO dabei geholfen, Prototypen einiger Elemente zu entwickeln. Darüber hinaus ist er einer der wenigen externen Gutachter von LEGO Technik Sets; wie man sich vorstellen kann, ist es sehr unüblich, dass LEGO sich externe Hilfe holt.  Paul hat außerdem einen YouTube-Kanal mit mehr als 50 Millionen Klicks und auf seiner Website sariel.pl. finden sich weitere Informationen zu ihm und seinen Projekten.

Das effizienteste Elektroauto der Welt

Alexander Hammerl - Technischer Leiter und Andreas Zimmerer - Platinen- und Softwareentwicklung, beide TUfast Eco Team

Das TUfast Eco Team, ein Teil der 2002 gegründeten Studierendeninitiative TUfast, bietet motivierten Studierenden der TU München eine Möglichkeit praktische Erfahrung in der Entwicklung von hocheffizienten Fahrzeugen zu sammeln und sich aktiv mit den neuesten Fortschritten in der Elektromobilität auseinandezusetzen. Der Fokus liegt dabei auf der Erarbeitung von innovativen Lösungen durch interdisziplinäre Kooperation. In Rahmen dieses Vortrags werden wir Ihnen zuerst einen kurzen Überblick über das TUfast Eco Team geben und dann intensiver auf den Entwicklungsprozess und den technischen Hintergrund unseres aktuellen Fahrzeugs einzugehen. Im Gegensatz zu den Jahren davor haben wir uns diese Saison nicht mehr auf die Prototypenklasse konzentriert, sondern sind in eine völlig neue Fahrzeugklasse gewechselt – in die Urban Concept Klasse des Shell Eco-marathons. Ein Urban Concept unterscheidet sich in mehreren Punkten deutlich von der Prototypenklasse, da der Hauptfokus nun nicht mehr ausschließlich auf einem möglichst geringen Energieverbrauch liegt – eine eingeschränkte Straßentauglichkeit ist nun zusätzlich erforderlich. Grundsätzlich geht es darum, ein hocheffizientes Fahrzeug zu entwickeln, das sich näher an den alltäglichen Gegebenheiten und Anforderungen orientiert. Dies bedeutet unter anderem eine aufrechte Sitzposition, höhere Wetterbeständigkeit, ein vollumfängliches Außenlichtsystem und vieles mehr.

Alexander Hammerl studiert Maschinenwesen an der Technischen Universität München. Über seine Bachelorarbeit zum Thema effiziente Fahrstrategien kam er zu TUfast. Heute ist er als technischer Leiter des TUfast Eco Teams dafür verantwortlich, das auch das neue Fahrzeug wieder zu den effizientesten Autos der Welt gehört.

Andreas Zimmerer ist schon seit seinem ersten Semester im Studiengang Informatik Mitglied beim TUfast Eco Team. Dort ist er für die hardwarenahe Programmierung der eigens hergestellten Platinen zuständig. Dabei müssen alle Systeme perfekt miteinander kommunizieren, damit ein reibungsloser Ablauf in Echtzeit garantiert werden kann.

The 835 km/h Sailplane and Dynamic Soaring (auf Englisch)

Spencer Lisenby - Prototypentwickler bei DSKinetic

Die meisten Menschen können sich nicht vorstellen, dass das schnellste funkgesteuerte Flugzeug der Welt keinen Propeller, Jet oder irgendeine Antriebsquelle an Bord hat. Dynamischer Segelflug ist eine einzigartige Flugtechnik, die funkgesteuerten Segelflugzeugen ermöglicht, Geschwindigkeiten von mehr als 835 km/h zu erreichen. Wir werden auf die Grundlagen und den Fortschritt des dynamischen Segelflugs eingehen und dabei Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Entwerfen, Bauen und Fliegen eines nicht angetriebenen Modellflugzeugs bei Geschwindigkeiten, die mit denen von modernen Passagierjets vergleichbar sind, aufzeigen. Wir werden auch einen Blick auf die praktischen Anwendungen von dynamischem Segelflug werfen und künftige Einsatzmöglichkeiten diskutieren.  

Spencer Lisenby absolvierte einen B.Sc. in Maschinenbau an der Vanderbilt University und wurde zudem mit magna cum laude ausgezeichnet. Derzeit ist er in Südkalifornien ansässig und ist dort auf der Jagd nach Wind. Er hat den Weltgeschwindigkeitsrekord für funkgesteuerte Segelflugzeuge 14 mal gebrochen und hält den aktuellen Rekord von 519mph (835 km/h) mit seinem 130 "Kinetic DP (www.DSKinetic.com).

Software

Identity and Electronic Evidence Management for Ensuring Legal Enforceability of Electronic Financial Agreements (auf Englisch)

Alexei Savchenko - CTO, DealFlo

In unserer Computing geprägten Ära sind Business-Anwendungen, die Daten elektronisch verarbeiten und mithilfe des Internets kommunizieren, die dominierenden Mittel für die Durchführung von Geschäftsaktivitäten in einem unternehmerischen Umfeld geworden. In diesem Zusammenhang ist der elektronische Vertragsschluss eine wesentliche Komponente, die eine durchgängige elektronische Ausführung von komplexesten Geschäftsvorgängen ermöglicht. Während die Effizienz, die Bequemlichkeit, die ökonomischen und ökologischen Vorteile des elektronischen Vertragsschlusses offensichtlich sind, gibt es noch offene Fragen rund um Vertrauen, Identität, Anonymität, Sicherheit, Privatsphäre, Beweise und langfristige Beibehaltung von elektronischen Vereinbarungen. In Verbindung mit dem sich entwickelnden Rechts- und Regulierungsrahmen bietet die moderne Technologie jedoch adäquate Lösungen, um technischen und gesellschaftlichen Bedenken hinsichtlich elektronischer Geschäftsinteraktionen entgegenzuwirken. In diesem Vortrag werden wir uns auf die Identität und das elektronische Evidenzmanagement als zwei wesentliche Komponenten elektronischer Vertragsschlüsse konzentrieren. Wir werden auf verschiedene Arten von Identitätsvalidierung sowie deren Relevanz und Anwendbarkeit eingehen. Zudem untersuchen wir den Technologieaspekt der elektronischen Identität und widmen uns verschiedenen Datenquellen, die die elektronische Identität unterstützen. Wir werden einen Blick auf die Probleme bei der Online-Identifizierung von elektronischen Identitäten werfen und bestehende Lösungsansätze aufzeigen. Wir werden uns auch mit der elektronischen Beweiserhebung - und wie diese die gesetzliche Durchsetzbarkeit von elektronisch geschlossenen Vereinbarungen unterstützt - beschäftigen. Diese Präsentation soll Ihnen einen guten Überblick über Technologien und Best Practices geben, die E-Contracting-Systeme untermauern und gleichzeitig bestehende offene Probleme skizzieren, die Ideen für innovative Lösungen inspirieren könnten.

Bei Dealflo ist Alexei für alle technischen Aspekte der Unternehmensangebote verantwortlich. Er ist ein erfahrener Technologievorreiter und Visionär mit 25 Jahren Erfahrung in Softwareentwicklung, Design und Architektur. Alexei ist ein Experte in den Bereichen elektronische Signaturen, Vaulting und Evidenzmanagement. Vor seinem Eintritt bei IOCS war er als CTO bei Silanis Technology beschäftigt, dem führenden Anbieter von E-Signatur-Lösungen für Unternehmen. Bei Silanis führte Alexei die Umwandlung der E-Sign Enterprise-Produktfamilie von einem traditionellen "On-Premise"-Software-System zu einer Cloud-fähigen, skalierbaren, leistungsstarken SaaS-Plattform. In seiner beruflichen Karriere hat Alexei mehrere Führungspositionen in der Technologiebrache inngehabt, darunter unter anderem in der Entwicklung von Prozessen. Außerdem hat er Ingenieurteams bei der Bereitstellung u.a. von SaaS-Systemen, Enterprise-Webanwendungen, mobilen Apps, Desktop-Software geleitet.

Sigma, the Anti-Spam-Rules-Engine from Facebook (auf Englisch)

Simon Marlow - Softwareentwickler bei Facebook

Simon Marlow ist ein Softwareentwickler von Facebooks Abuse Detection Systems Team in London. Er arbeitet an Haxl, einer Haskell-basierten domänenspezifischen Sprache, die von Teams verwendet wird, um Spams, Malware und andere Arten von Missbrauch zu bekämpfen. Simon ist Co-Autor des Glasgow Haskell Compilers, Autor des Buches "Parallel and Concurrent Programming in Haskell" und hat eine Reihe von Forschungspublikationen in den Bereichen funktionale Programmierung, Sprachdesign, Compiler und Sprachimplementierung herausgegeben.

Funktionale Programmierung weckt immer mehr Begeisterung. Obwohl diese Art des Programmierens schon seit Längerem existiert, haben die gängigen Programmiersprachen hier erst kürzlich, aber endlich, aufgeholt. Bei der funktionalen Programmierung geht es dabei weniger um die Syntax als vielmehr um die Denkweise. Was bedeutet es, im funktionalen Stil zu programmieren? Noch wichtiger, warum sollten wir uns überhaupt dafür interessieren? Hierauf liegt der Fokus dieses Vortrags.

Dr. Venkat Subramaniam ist ein preisgekrönter Autor, Gründer von Agile Developer, Inc. und agilelearner.com sowie Lehrbeauftragter an der University of Houston. Er hat Tausende von Softwareentwicklern in den USA, Kanada, Europa und Asien ausgebildet und betreut und ist auf zahlreichen internationalen Konferenzen regelmäßig eingeladen. Venkat hilft seinen Kunden, effektiv und erfolgreich agile Methoden in ihren Softwareprojekten einzusetzen. Venkat ist (Co)-Autor diverser technischer Bücher, einschließlich dem 2007 mit dem Jolt Productivity Award ausgezeichneten Buch „Practices of an Agile Developer“. Eine Liste seiner Veröffentlichungen finden Sie unter agiledeveloper.com. Erreichbar ist Venkat per E-Mail unter venkats@agiledeveloper.com oder auf Twitter unter @venkat_s.

IT-Sicherheit und Datenschutz

Neue Spielregeln im Datenschutz: Die Datenschutzgrundverordnung und das neue Bundesdatenschutzgesetz als Herausforderung für die Praxis

Prof. Dr. Gregor Thüsing LL.M. (Harvard) - Direktor des Instituts für Arbeitsrecht und Recht der sozialen Sicherheit der Universität Bonn

In diesem Vortrag wird das Thema Datenschutz in Hinblick auf das neue Bundesdatenschutzgesetz näher beleuchtet. Insbesondere geht es vertieft darum, wie ernst personenbezogene Daten genommen werden, welche neuen Sanktionen sich ergeben und welche Auswirkungen die Änderungen auf Compliance-Themen haben. Zudem beschäftigt sich der Vortrag anhand von Beispielen mit dem Vorher-Nachher-Vergleich und beschreibt anschaulich, was nun wirklich nicht mehr geht und welche Herausforderungen sich daraus für die Praxis ergeben.

Prof. Dr. Gregor Thüsing, LL.M (Harvard) ist Mitglied im Vorstand der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit e. V., der größten Datenschutzorganisation der Bundesrepublik. Er ist Lehrstuhlinhaber an der Universität Bonn und beschäftigt sich dort insbesondere auch mit Datenschutz und Compliancefragen. Er gilt als ausgezeichneter Redner und herausragender Experte seines Faches.

Lizenzmanagement beim Einsatz von Open Source Software

Dr. Till Jaeger - Partner der Kanzlei JBB Rechtsanwälte

Till Jaeger ist seit 2001 Partner der Kanzlei JBB Rechtsanwälte. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die Rechtsfragen der Open Source Software. Till Jaeger ist Mitbegründer des Instituts für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software (ifrOSS) und dort auch wissenschaftlich im Softwarerecht und Urheberrecht tätig. Dazu gehören Publikationen ebenso wie Vorträge und Seminare. Anwaltlich berät er Unternehmen bei der Einhaltung von Open Source-Lizenzen und in Kompatibilitätsfragen ebenso wie Entwickler und Softwareunternehmen bei der nationalen und internationalen Durchsetzung dieser Lizenzen. Till Jaeger ist Lehrbeauftragter der Leibniz Universität Hannover für den Studiengang IT-Recht und Recht des Geistigen Eigentums und in allen lizenzrechtlichen Fragen des Immaterialgüterrechts tätig. Neben der Lizenzierung von urheberrechtlich geschützten Werken liegt ein Schwerpunkt auf Patent- und Know-how-Lizenzen.

Hacking für Jedermann – IT-Sicherheit mal anders

Tobias Schrödel Stern TV

Die Live-Hacking-Show, die schon tausende Menschen auf der ganzen Welt begeisterte. In diesem Vortrag wird Ihnen die Welt der Hacker nähergebracht und ein Blick in das Giftschränkchen der IT geworfen. Dabei werden auf unterhaltsame Weise Sicherheitslücken, die uns alle betreffen, in Computern und Handys aufgedeckt. Dieser Infotainment-Vortrag ist für jeden Zuschauer geeignet und benötigt keinerlei technisches Know-How. So entdeckt jeder in diesem Vortrag faszinierende Alltagsbeispiele. Passwörter werden in Sekundenschnelle geknackt, diskreditierende Informationen ans Tageslicht gezerrt und kurzerhand mal ein Smartphone geknackt. Alle Beispiele sind echt und live, aber selbstverständlich anonymisiert. Jeder Zuschauer wird sich daher selbst erkennen - niemand wird bloßgestellt. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Datenschützer oder Tobias Schrödel.

Tobias Schrödel ist Fachinformatiker, IT-Sicherheitsexperte und agiert als Computerexperte im Fernsehen. Nachdem er 14 Jahre lang als Consultant bei einer großen, international operierenden IT-Firma tätig war, ist er nun seit 2011 das Gesicht bei sternTV, wenn es um IT-Sicherheit und Computer geht. Sein Buch „Hacking für Manager“ (erweitert „Ich glaube, es hackt!“) wurde 2011 als „bestes Wirtschaftsbuch“ des Jahres ausgezeichnet. Für die IHK München prüft Schrödel seit mehr als einem Jahrzehnt angehende Fachinformatiker. Persönlich beschäftigt sich der Münchner seit mehreren Jahren mit historischer Kryptoanalyse und Sicherheitslücken in alltäglichen IT- und Elektronik-Produkten. Er möchte dabei Anwender sensibilisieren und zum Nachdenken anregen.

Management

Technologieunternehmen zum Durchbruch verhelfen - Die Sicht des Investors

Christian Roth - Geschäftsführer von LEA Partners GmbH

In diesem Vortrag wird die Sicht des Investors/Venture Capitalists auf Technologieunternehmen vermittelt. Dabei werden sowohl ein kurzer Abriss des Marktes gegeben als auch insbesondere die Beziehung zwischen Investoren und technischen Organisationen/CTOs diskutiert. Hinzu werden Erwartungen und Anforderungen in den unterschiedlichen Phasen (early stage vs. later stage) beleuchtet. Schlussendlich sollen Sie besser verstehen, wie ein Investor tickt. Selbstverständlich bleibt auch noch genug Zeit für Fragen.

LEA Partners ist ein unternehmerisch denkendes, mehrstufiges Private-Equity-Unternehmen, das in wachsende Technologie- und Softwareunternehmen investiert, die in ihren Branchen einen Wandel vorantreiben. Die 2002 gegründete LEA hat bei Investitionen von mehr als 300 Millionen Euro an mehr als 40 Unternehmen beraten. Der Sitz des Unternehmens liegt in Karlsruhe, einem der größten europäischen IT-Ballungszentren. Als Mission des Unternehmens gilt die Förderung und Unterstützung von visionären Gründern und Führungskräften, indem diesen mithilfe von praxisorientierten Know-how geholfen wird eine führende Marktposition einzunehmen.

Christian ist seit 2016 bei LEA Partners tätig. Davor gründete er die Firma BEONTRA, ein Unternehmen der B2B Enterprise SaaS, das sich auf die Unterstützung von Flughäfen bei der Optimierung ihrer Effizienz und Einzelhandelsaktivitäten konzentriert. Mit ihm entwickelte sich das Unternehmen zum Marktführer für Flughafenplanungs- und Optimierungssoftware und betreute weltweit mehr als 60 führende Flughafenbetreiber. Im Jahr 2014 verließ Christian BEONTRA und wechselte zu Lockheed Martin.

Schach

lichess.org: Community-powered Online Gaming (auf Englisch)

Thibault Duplessis - OSS-Entwickler, Gründer von lichess.org

Schach ist lebendig und gut; während Sie dies lesen, wird es von Zehntausenden Menschen online gespielt. Trotz der großen Nachfrage ist der Markt der Online-Schach-Servern gesättigt und die Konkurrenz ist groß. Heutzutage sind die meisten Schach-Server traditionelle Unternehmen, die sich durch Anzeigen und/oder Paywalls finanzieren. Aber es gibt eine Ausnahme. lichess.org ist ein kostenloser Software-, Free-Service- und Free-of-Ad-Schach-Server. Es verwirklicht die Hypothese, dass ein guter Service von einer Community von Freiwilligen gebaut werden kann, aus Leidenschaft für das Spiel und aus humanistischen Werten in seinem Kern. Was passiert, wenn Benutzer als Mitwirkende anstatt Klienten behandelt werden? Wie ansprechend ist es, den Quellcode eines Online-Gaming-Servers zu öffnen? Kann eine Community ihren eigenen kostenlosen Service betreiben und mit großen Firmen konkurrieren? Stellt sich heraus, es geht - und es macht eine Menge Spaß.

Thibault Duplessis ist der Gründer und Hauptentwickler von lichess.org. Er baute Backends und Frontends für Web-Applikationen in mehreren Startups und ist seit 7 Jahren ein aktiver Open-Source-Entwickler. Er befürwortet funktionale Programmierung sowie starke statische Typisierung und verwendet meistens Scala und TypeScript, um Sachen zu erledigen.

Es heißt, dass es mehr Möglichkeiten beim Schachspiel gibt als Atome im Universum. Nichtsdestotrotz ist die schiere Größe nicht alles was zählt. Die verschiedenen Regeln nach denen die einzelnen Schachfiguren sich bewegen dürfen, führen zu einer hochgradig komplexen Struktur des Spielkonfigurationsraums. Eine direkte Stichprobenprüfung selbst von kleinen Teilen dieses Raums ist offensichtlich nicht durchführbar. Dennoch ist die Aufgabe, die Eigenschaften eines ausgewiesenen Raums, der zu groß ist, um numerisch erfasst zu werden, für die Statistische Physik nicht ungewöhnlich. In diesem Vortrag werde ich zeigen, wie wir das Transition-Path Sampling, eine erweiterte Monte-Carlo Simulationsmethode, welche normalerweise zur Untersuchung von Kristallisation, Proteinfaltung oder des Fließverhaltens von Polymeren verwendet wird, auf Schach anwenden. Die Simulationen zeigen, dass sich die Zustandsräume im Schach in eine große Anzahl von schwach verbundenen „Taschen“ zerlegen lassen, welche die Bauernstruktur widerspiegeln, die von guten Schachspielern zur Geltung gebracht werden.

Professor Thomas Voigtmann erhielt seinen PhD in Physik im Bereich Glastheorie von der TU München im Jahr 2003. Nach einer Forschungstätigkeit als Post-Doktorand an der University of Edinburgh und der Università di Roma La Sapienza, arbeitet er seit 2007 am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Von 2008 bis 2014 führte er eine von der Helmholtz-Gemeinschaft geförderte junge Forschergruppe, die das Strömungsverhalten von metallischen Schmelzen unter starken mechanischen Kräften untersuchte. Er war auch Mitglied des Zukunftskollegs der Universität Konstanz, einem zentralen Teil der institutionellen Strategie für die Deutsche Exzellenzinitiative. Seit 2014 ist Professor Voigtmann Fakultätsmitglied an der Universität Düsseldorf. Aktuell unterrichtet er in Düsseldorf und forscht zu prozessgeschichtlichen Abhängigkeiten von Materialeigenschaften am DLR in Köln. Seine Arbeit mit Schach war inspiriert von gemeinsamen Arbeiten mit Studierenden und Kollegen, die alle gute Schachspieler sind.

Werkzeuge und Methoden

Architektur skalieren @ Zalando

Felix Müller - Architekt bei Zalando

Zalando hat vor zwei Jahren Radical Agility eingeführt: ein Organisationskonzept, das auf Teamautonomie setzt. Es stellt sich die Frage, wie Architekturarbeit in so einem Umfeld funktioniert. Dieser Talk zeigt, wie Zalando SE mit Architekturprinzipien und Gilden ein einheitliches Architekturbild der Services sicherstellt. Dabei gehe ich auf organisatorische Besonderheiten und die wichtigsten Guidelines ein, die wir für unsere Entwicklungsarbeit nutzen, und gebe einen kleinen Einblick in spannende technische Herausforderungen, denen wir uns stellen.

Felix Müller (@fmueller_bln) arbeitet als Architekt bei Zalando SE in Berlin. Dort entwickelt er die nächste Generation der Zalando Platform. Er interessiert sich vor allem für verteilte Systeme, smarte Architekturlösungen und Engineering Excellence.

Agile Architektur - Wie viel Stabilität verträgt Agilität?

Gerhard Müller - TNG

Die Welt dreht sich immer schneller. Wie selbstverständlich leben wir agil mit Scrum, Kanban, Continuous Integration/Deployment und DevOps, bauen Prototypen, MVPs und probieren neue Technologien. Trotzdem brauchen wir Strukturen und Vorgehensweisen, die fundamentaler sind, die zukunftsfähig sind. Erhält im rasanten Alltag unserer Systeme und Produkte die Software-Architektur die notwendige Aufmerksamkeit? Testen wir sie, so wie wir heute (zum Glück fast selbstverständlich) Unit Tests schreiben? Wie dokumentieren wir sie? Wie erhalten wir sie? Was sind organisatorische Rahmenbedingungen? Was müssen wir tun, damit wir noch Herr unserer Architektur bleiben? Der Vortrag beleuchtet dieses Spannungsfeld und reflektiert entsprechende Erfahrungen.

Gerhard Müller hat Informatik an der TU München studiert und ist Mitgründer und Partner bei TNG Technology Consulting. Er beschäftigt sich bereits seit ca. 15 Jahren intensiv mit Softwareentwicklung im Enterprise-Umfeld. In dieser Zeit hat er immer wieder festgestellt, dass gute Software zwar Voraussetzung für den Projekt- bzw. Produkterfolg ist, aber alleine nicht ausreicht. Genauso wichtig und gleichzeitig oft herausfordernder ist es Unternehmen, Märkte und Kunden nicht aus den Augen zu verlieren.

Nach zwei Browser-Kriegen (Netscape vs. Explorer und Chrome vs. Firefox) startet mit Cliqz der dritte Browser-Krieg mit dem Hauptfokus des Browsers auf Suche und Datenschutz. Wir werden im Rahmen des Vortrags folgende Fragen aufwerfen: Warum jetzt? Warum von Deutschland aus? Und warum mit Burda?

Jean-Paul ist Chief Scientist des globalen Unternehmens Hubert Burda Media. Zudem ist er Gründer und CEO der Cliqz GmbH und Vorsitzender von Ghostery, Inc. Darüber hinaus ist er Vorstandsmitglied der XING AG, einem führenden Onlinegeschäftsnetzwerk, sowie der Firma CocCoc, einem vietnamesischen Browserunternehmen mit 21 Millionen Nutzern. Von 1996 bis 2003 war er CTO und CEO der Burda Digital. Jean-Paul hat Ökonomie im Bachelor studiert und anschließend seinen Masterabschluss in Philosophie (magna cum laude) an der Universität Louvain (Belgium) absolviert. Ferner hat er einen Master in Computer Science der Stanford University abgeschlossen. Jean-Paul spricht fließend Englisch, Französisch, Deutsch und Dänisch. Er ist ein begeisterter Mathematiker, Hardware-Hacker und kennt sich sehr gut mit den aktuellen Softwaretechnologien aus.

Cloudy with a Chance of Test Failures (auf Englisch)

Dr. Martin Höfling und Dr. Johannes Ebke - TNG 

Test-Infrastruktur ist ein wichtiger Bestandteil von Software-Entwicklungsprojekten. Schnelle Test-Feedback-Zyklen ermöglichen es Entwicklern, häufiger zu committen, schneller zu arbeiten und Probleme zu lösen. Die Testlaufzeit wird oft von Integrationstests dominiert, die in manchen Projekten einige Stunden laufen. Datenbanken sind häufig geteilte Ressourcen oder erfordern ein Locking. Der erste Schritt zu schnelleren Tests ist es daher, das gesamte Testsystem in Containern zu verkapseln, sodass bisherige konkurrierende Punkte parallel laufen können. Derzeit wird die Testinfrastruktur häufig aus Bequemlichkeitsgründen Inhouse betrieben und führt häufig zu einem Trade-off zwischen Serverkosten und Testgeschwindigkeit, da die Nutzung außerhalb der Bürozeiten begrenzt ist. Wir zeigen, dass durch die Übertragung des Testsystems auf einen automatisch skalierenden Kubernetes-Cluster erhebliche Beschleunigungen und damit verbundene Vorteile erzeugt werden können.

Johannes Ebke ist Senior Consultant bei TNG Technology Consulting. Zuvor war er als Teilchenphysiker am CERN tätig und beschäftigte sich mit Data on the Grid. Heute arbeitet er nun an cloudbasierten verteilten Websystemen. Martin Höfling ist Principal Consultant bei TNG Technology Consulting mit arbeitet mit einem Schwerpunkt auf Cloud-Technologie und Architektur verteilter Systeme. Derzeit ist er an der Entwicklung einer großen Web-Applikation mit Salt, Terraform und AWS beteiligt, um Deployments zu automatisieren.

10 Gründe, warum Scrum nicht funktionieren kann. Und warum wir trotzdem erfolgreich sind!

Dr. Markus Friedrich - Syskron GmbH 

 „Scrum, das kann doch nicht funktionieren!“ - So mancher Maschinen- und Anlagenbauer zeigt eine gewisse Skepsis gegenüber modernen Konzepten und Methoden bei der Software Entwicklung. Diese stellt vielfach auch nicht die Kernkompetenz dar. Der klassische Produktentstehungsprozess folgt zumeist einem Wasserfall und einer Gewerkedenkweise. Die Syskron GmbH hat im Herbst 2016 eine spannende Umstrukturierung begonnen. Diese hat zum Ziel, mit frischen Konzepten und Ansätzen die Arbeitsweise und, darauf aufbauend, die MES Softwareprodukte zu modernisieren. Dieser Erfahrungsbericht beschreibt das Aufeinandertreffen zweier Denkweisen, die Vorbehalte und Herausforderungen und mit welchen Lösungen ihnen begegnet wurde und wird. Aber vor allem beschreibt der Vortrag, was in einem knappen dreiviertel Jahr, entgegen aller Hindernisse, bereits erfolgreich umgesetzt und erreicht wurde.

Markus Friedrich hat an der TU München Maschinenbau studiert und über Produktentwicklung in der Informationstechnik promoviert. Er beschäftigt sich seit 10 Jahren in verschiedenen Positionen und Rollen mit Softwareentwicklung für die Maschine und im Umfeld der Maschine; zeitweise auch mit klassischer Enterprise Softwareentwicklung. Aktuell leitet er die Produktentwicklung der Sitepliot MES Software im Bereich Plant Digitalization der Syskron GmbH (Krones AG). Er ist überzeugt davon, dass agile Methoden die Basis für eine erfolgreiche Software Produktentwicklung darstellen.

Check_MK - Softwarearchitektur abseits vom Mainstream

Mathias Kettner - Entwickler von Check_MK

Das 2008 gestartete Projekt Check_MK hat sich in wenigen Jahren von einer kleinen Sammlung von Skripten zu einem ausgewachsenen IT-Monitoringsystem entwickelt, welches sich immer größerer Beliebtheit erfreut und deren Weiterentwicklung mittlerweile eine Firma mit 15 Mitarbeitern beschäftigt. Ein Teil des Erfolgs basiert dabei auf einigen sehr ungewöhnlichen Designentscheidungen in der Softwarearchitektur. Mathias Kettner - der Gründer des Check_MK-Projekts - gibt nach einer kurzen Livedemo der Software Einblicke in das Innenleben von Check_MK und zeigt anhand einer Reihe von Beispielen, wo Check_MK "anders" ist und warum sich der Mut, bei der Softwareentwicklung auch mal eigene Wege zu gehen, durchaus auszahlen kann.

Mathias Kettner hat in München Informatik studiert, war während der großen Linux-Aufbruchszeit von 1998 bis 2000 bei SUSE Entwickler und ist seitdem selbständig. Nach einer längeren Zeit als freischaffender Linux-Experte hat er 2008 das Unternehmen gegründet, das sich heute nur noch um Check_MK dreht.