Überblick über Sprecher und Vorträge für den BTD11 am 18. Mai 2018

Abenteuer

Silence (auf Englisch)

Adam Ondra, erster Sportkletterer, der sowohl die Boulder-Weltmeisterschaft als auch die Lead-Weltmeisterschaft gewonnen hat

Adam Ondra spricht nicht nur von seiner erfolgreichen Kletterkarriere, sondern auch von seinem Leben als solchem, weil Klettern für ihn eine Lebenseinstellung ist. Wie er sagt, lebt er den Traum, den er seit seiner Kindheit hatte. Was brauchte es, um dahin zu kommen, wo er ist? Was ist sein Schlüssel zum Erfolg? Dies und noch vieles mehr sind die Themen von seinem Vortrag. Er wird auch über seine letzten erfolgreichen Projekte sprechen, wie das Besteigen der legendären Dawn Wall, oder das Besteigen der härtesten Route der Welt und das Errichten einer neuen Kletterklasse 9c. Alles wird von atemberaubenden Bildern und emotionalen Videos begleitet.

Adam Ondra ist ein 24-jähriger Profi-Kletterer aus der Tschechischen Republik und gilt als einer der besten Kletterer der Welt. Er begann ungefähr zur selben Zeit zu klettern, wie er laufen lernte und hat seitdem nicht aufgehört. Mit acht Jahren on sighted er seine erste 7b+ (5.12c) Strecke, im Alter von 13 Jahren kletterte er auf seine erste 9a (5.14d). Mit 16 gewann er seinen ersten World Cup und belegte den zweiten Platz bei der Lead Climbing World Championship. Bisher hat er 3 Goldmedaillen von World Championships. Im Jahr 2012 kletterte er Change, der erste Weg mit einer vorgeschlagenen Note von 9b + (5.15 c). Im Jahr 2016 wiederholte Adam die legendäre Dawn Wall in einer sehr kurzen Zeit von 8 Tagen. Bisher hat Adam tausende von Routen bestiegen, 140 in der Klasse von 9a und höher. Im September 2017 erschuf er ein kleines Stück Klettergeschichte, als er sein Projekt in der Hanshelleren Cave, Flatanger, Norwegen, beendete und die weltweit erste 9c Route, die derzeit schwerste und einzige Route dieser Klasse, gründete.

Artificial Intelligence

Dieser Vortrag gibt einen Überblick über die kognitionsbasierte Robotersteuerung, ein Rechenmodell, um eine gewisse „Aufgabenintelligenz“ zu erreichen, damit autonome Serviceroboter Hausarbeiten erledigen können. Für die Realisierung legt dieses Rechenmodell drei Kernprinzipien dar, die im Wesentlichen die Kombination von reaktiven Verhaltensspezifikationen umfassen. Diese beinhalten die Kombination von reaktiven Verhaltensspezifikationen, die als semantisch interpretierbare Pläne mit Inferenzmechanismen dargestellt sind, die eine flexible Entscheidungsfindung ermöglichen. Die Darstellung von Verhaltensspezifikationen als Pläne ermöglicht es dem Roboter, die Verhaltensspezifikationen nicht nur auszuführen, sondern auch vernünftig darüber zu urteilen und während der Ausführung zu ändern. Ich beschreibe ein komplettes System für kognitionsfähige Robotersteuerung, das die drei Kernprinzipien umsetzt und die Machbarkeit unseres Ansatzes demonstriert.

Michael Beetz ist Professor für Informatik an der Fakultät für Mathematik und Informatik der Universität Bremen und Leiter des Instituts für Künstliche Intelligenz (IKI). Das IKI untersucht KI-basierte Kontrollmethoden für Roboteragenten mit dem Schwerpunkt auf alltäglichen Manipulationsaufgaben im menschlichen Maßstab. Mit seinem OpenEASE, einem webbasierten Service, der Aktivitätsdaten von Robotern und Menschen liefert, zielt Michael Beetz darauf ab, die Interoperabilität in der Robotik zu verbessern und die Barrieren für die Roboterprogrammierung zu verringern. Aus diesem Grund stellt die IKI-Gruppe die meisten ihrer Ergebnisse als Open-Source-Software zur Verfügung, hauptsächlich in der ROS-Softwarebibliothek. Michael Beetz erhielt sein Diplom in Informatik mit Auszeichnung von der Universität Kaiserslautern. Seine MSc, MPhil und PhD-Abschlüsse wurden ihm 1993, 1994 und 1996 von der Yale University verliehen und seine Venia Legendi von der Universität Bonn im Jahr 2000. Michael Beetz ist derzeit Koordinator des Sonderforschungsbereichs EASE - Alltagsaktivität Wissenschaft und Technik (Every-day Activity Science and Engineering) und war Mitglied des Lenkungsausschusses des europäischen Exzellenznetzwerks für KI Planung (PLANET) und für die Koordination des Forschungsbereichs "Roboterplanung". Er ist Mitherausgeber des AI Journals. Seine Forschungsinteressen umfassen planbasierte Steuerung von Roboteragenten, Wissensverarbeitung und -darstellung für Roboter, integriertes Roboterlernen und kognitive Wahrnehmung.

How Machines Learn to Code - Machine Learning auf Basis von Source Code

Samuel Hopstock und Thomas EndresTNG

Machine Learning auf der Grundlage von Source Code ist ein neues Forschungsgebiet im Bereich der künstlichen Intelligenz, das, anders als die klassischen Probleme wie Bildsegmentierung, noch keine etablierten Standardverfahren kennt. Diese Technik bietet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, etwa im Bereich der statischen Code-Analyse oder bei der automatischen Auswahl relevanter Testfälle. Im Vortrag stellen die Kollegen von TNG Technology Consulting verschiedene Verfahren vor, wie klassische Machine-Learning-Ansätze auf dieses neue Fachgebiet übertragen werden können. Beispielsweise gibt es für die Verarbeitung von Bilddaten mittlerweile schon Standardverfahren, mit denen Lernalgorithmen deren Zweidimensionalität beachten. Für die Kodierung der semantischen Struktur von Source Code gibt es allerdings noch keine verbreiteten Techniken. Deshalb mussten wir neue Wege zur mathematischen Darstellung des Codes von Projekten finden, die wir Ihnen im ersten Teil des Vortrags vorstellen. Daraufhin lernen Sie Ansätze für die automatische wie auch manuelle Trainingsdatengenerierung kennen. Ein weiterer Teil der Präsentation umfasst einen Überblick über unterschiedliche Modelle und Frameworks für maschinelles Lernen, die in diesem Kontext sinnvoll erscheinen. Der letzte Abschnitt beschäftigt sich schließlich mit den Möglichkeiten zur Nutzung solcher Modelle zur Analyse von Code.

Samuel Hopstock studiert Informatik im 4. Bachelorsemester an der Technischen Universität München und arbeitet als Werkstudent bei der TNG Technology Consulting GmbH in Unterföhring. Im Rahmen seiner Tätigkeit bei TNG beschäftigt er sich momentan mit der Entwicklung von Software im Bereich des maschinellen Lernens mit Python und Java. Er interessiert sich für alle neuen technischen Entwicklungen, vor allem im Android-Umfeld.

Thomas Endres arbeitet als IT-Consultant für TNG Technology Consulting in München. Neben seiner "normalen" Tätigkeit für den Kunden entwickelt er zusammen mit dem TNG-Hardware-Hacking-Team veschiedene Prototypen - darunter ein Augmented Reality Device, durch das man die Welt durch die Augen eines Terminators sehen kann, oder aber ein Telepräsenz-Robotik-System. In seiner Freizeit arbeitet er an gestensgesteuerten Anwendungen, um damit beispielsweise Quadrocopter fernzusteuern. Darüber hinaus ist er in verschiedenen Open-Source-Projekten in Java, C# und allen Spielarten von JavaScript involviert. Nebenberuflich betätigt er sich als Dozent an der Universität für Angewandte Wissenschaften in Landshut. Thomas ist studierter Informatiker (TU München) und leidenschaftlicher Softwareentwickler. Als Intel Software Innovator und Black Belt präsentiert er weltweit neue Technologien wie Gestensteuerung, AR/VR und Robotik. Vor kurzem erhielt er dafür einen JavaOne Rockstar-Award.

Big Data

Apache Nifi – Open Source ETL inspired by the NSA

Frank Thiele, TNG

Apache Nifi ist eines der aktuellen Open Source Projekte der Apache Foundation und hat zum Ziel, die gewachsenen Applikationsstacks von Großunternehmen mit einem sehr vielseitigem Mediationsystem zu vereinfachen und in vielerlei Hinsicht leistungsfähiger zu machen. Der klassiche Anwendungsfall ist ETL (Extract, Transform & Load), aber Apache Nifi kann deutlich mehr. Es bietet von Haus aus ein riesiges Spektrum an Möglichkeiten, darunter Themen wie Complex Event Processing, Zero-Master Clustering, Konnektivität zu vielen Quellen und Senken (z.B. Apache Kafka, HDFS, Mongo DB, Couchbase, HTTP, ..., und ja – auch FTP) sowie Lineage auf Event Ebene. Nach einer Einführung in Apache Nifi wird anhand eines Fallbeispiels aus dem Telekommunikationsbereich die Leistungsfähigkeit und einfache Erweiterbarkeit durch eigene Prozessoren und der Stream Processing Engine Apache Flink aufgezeigt.

Frank Thiele ist Senior Consultant bei TNG Technology Consulting und studierte zuvor Telekommunikationsinformatik an der Hochschule für Telekommunikation in Leipzig. Neben der Beratungstätigkeit absolvierte er dann später noch ein Studium zum Master of Science in Hagen. Aktueller Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Architektur und Entwicklung einer BigData Streaming Anwendung in der Versicherungsbranche.

Big Think Day

Enlightenment Now: The Case for Reason, Science, Humanism, and Progress (auf Englisch)

Prof. Dr. Steven PinkerHarvard University

Wenn Sie heute die Nachrichten lesen, könnten Sie zu der Schlussfolgerung kommen, dass die Menschheit dem Untergang geweiht, die Demokratie auf dem Rückzug ist und Autoritarismus und Tribalismus auf dem Vormarsch sind. Aber fällt die Welt wirklich auseinander? In dieser mutigen Grundsatzrede drängt Steven Pinker uns, uns von den blutigen Schlagzeilen fernzuhalten, die unsere psychologischen Neigungen ausnutzen und uns zu Fehlurteilen führen. Folgen Sie stattdessen den Daten, lautet der Aufruf. Pinker zeigt, dass Leben, Gesundheit, Wohlstand, Sicherheit, Frieden, Wissen und Glück auf dem Vormarsch sind, nicht nur im Westen, sondern weltweit. Dieser Fortschritt ist ein Geschenk der Aufklärung: Die Überzeugung, dass Vernunft und Wissenschaft die menschliche Entwicklung fördern können. Aber sind wir 2018 selbstgefällig geworden? Haben wir die Aufbrüche und Ideale der Aufklärung für selbstverständlich gehalten? Die Aufklärung steht vielen der dunkleren Strömungen in der Luft gegenüber, die die Demagogen nur allzu gerne ausnutzen, um die liberale Demokratie und die globale Zusammenarbeit anzugreifen. In einer zeitaktuellen und hoffnungsvollen Grundsatzrede plädiert Steven Pinker, einer der einflussreichsten Intellektuellen der Welt, für Vernunft, Wissenschaft und Humanismus: die Ideale, die wir brauchen, um unseren Problemen zu begegnen und unseren Fortschritt fortzusetzen.

Steven Pinker ist ein sehr gefragter und provokanter Sprecher. Als Kognitionswissenschaftler zählt er laut TIME zu den 100 einflussreichsten Menschen auf der Welt. Seine Vorträge haben Millionen von Menschen geholfen, die Wissenschaft hinter menschlicher Sprache, Denken und Handeln zu entmystifizieren. Pinker ist Harvard-Professor, TED-Sprecher und Bestsellerautor und wurde zweimal für den Pulitzer-Preis nominiert. Nicht nur in der Wissenschaft ist Pinker hoch angesehen, auch in den Mainstream-Medien werden seine Arbeit und Ansichten ausführlich behandelt und erreichen ein breites Publikum. Steven Pinker stammt aus Montreal und ist Johnstone-Professor für Psychologie an der Harvard University. Zuvor lehrte er in Stanford und am MIT. Er ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und der American Association for the Advancement of Science. Er hat eine Reihe von Lehrpreisen gewonnen, und seine Forschung über visuelle Kognition und die Psychologie der Sprache hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Troland Award der National Academy of Sciences.

Cryptofuture

Blockchain - Eine Idee verändert die Welt

Christoph Stock, Partner, TNG

Als im Oktober 2008 unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto das Paper "Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System" veröffentlicht wurde, waren die Auswirkungen kaum abzusehen. Zehn Jahre später ist das Thema Blockchains in aller Munde, insbesondere in Form von Bitcoin. Der Vortrag behandelt deshalb am Beispiel von Bitcoin die Funktionsweise von Blockchains und wie sie, erstmals unabhängig von zentralen Vertrauensinstanzen, zuverlässige Transaktionen im Internet erlauben. Die zentralen Gesichtspunkte umfassen hierbei die kryptographischen und mathematischen Grundlagen, Transaktionen, dezentrale Netzwerke, sowie das maßgebende "Mining" basierend auf dem Konzept des "Proof of Work". Abschließend werden konkrete Anwendungsfälle der Blockchain vorgestellt, u.a. in den Bereichen Filehosting, Verlagswesen und Urheberrecht, soziale Medien, sowie Versicherungen.

Christoph Stock ist einer der Gründer und Manager von TNG. Er studierte Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Fintech

Praxisbericht: Manipulationssicherung von Enterprise-Datenbanken mittels öffentlicher Blockchains

Martin KreidenweisTNG

Klassische Blockchain-Technologie ermöglicht es gewisse Sicherheitsgarantien zu geben ohne einer dritten Partei vertrauen zu müssen. Dabei sind jedoch alle Daten öffentlich. Doch interne Unternehmensdaten sollen geheim bleiben und nur Parteien mit berechtigtem Interesse zugänglich gemacht werden. Private Blockchains können viele ihrer Versprechen nicht erfüllen. Durch eine geschickte Kombination von klassischen Enterprise-Datenbanken mit öffentlichen Blockchains können Daten nachweisbar gegen Manipulation gesichert werden, wie es vorher nicht möglich war. Dieser Vortrag gibt einen detaillierteren Einblick in die Möglichkeiten moderner öffentlicher Blockchains, wie beispielsweise "Smart Contracts" und klärt wie diese vorteilhaft und kostengünstig im Unternehmen eingesetzt werden können.

Martin Kreidenweis, Senior Consultant bei TNG Technology Consulting, beschäftigt sich seit 2013 privat und beruflich mit Blockchain. Er hat einen Bachelor in Informatik und Informationstechnologie und einen Master in Software Engineering. Als Full-Stack-Entwickler hat er Erfahrung in den Branchen Telekommunikation, E-Commerce, Travel und Finance. Aktuell leitet er ein Blockchain-Innovationsprojekt.

Hardware Hacking: Kunst

Tools of Imagination (auf Englisch)

Michael Hansmeyer, Architekt und Softwareentwickler

Heute können wir alles herstellen. Die digitale Fertigung funktioniert aktuell sowohl im Mikro- als auch im Makrobereich, kombiniert viele verschiedene Materialien und nutzt unterschiedliche Herstellungsprozesse. Komplexität und Individualisierung stellen keine Einschränkungen mehr für das Design dar. Auch wenn wir alles herstellen können, scheint das Design durch unsere Designwerkzeuge begrenzt zu sein: Wir können nur das entwerfen, was wir direkt repräsentieren können. Betrachtet man Objekte aus dem 3D-Drucker, gibt es oft eine Diskrepanz zwischen dem Wunder der Technologie und der Konventionalität des Designs. Was benötigt wird, ist eine neue Art von Design-Werkzeugen. Wir brauchen Werkzeuge für Suche und Erforschung, statt nur Kontrolle und Ausführung. Diese neuen Werkzeuge sollten gleichzeitig offen und systematisch sein und ein Gleichgewicht zwischen Kausalität und Chaos herstellen. Sie benötigen eine Designsprache ohne Worte und Labels, da sie das bisher Ungesehene erschaffen sollen. Diese Werkzeuge müssen den Designprozess letztendlich neu definieren: Der Designer wird in einer iterativen Feedback-Schleife mit der Maschine arbeiten, Prozesse leiten und Feedback, Überraschungen und Vorschläge miteinbeziehen. Wissen und Erfahrung werden durch Suchen gewonnen, was Heuristiken erfordert, die ohne Kategorisierung funktionieren. Derzeit haben wir unzählige Werkzeuge, um unsere Effizienz und Präzision zu erhöhen. Warum nicht auch Werkzeuge schaffen, die uns als Muse dienen, die uns inspirieren und uns helfen, kreativ zu sein? Werkzeuge, um Dinge zu zeichnen und uns vorzustellen, die man sonst nicht zeichnen oder sich vorstellen kann?

Michael Hansmeyer ist Architekt und Programmierer. Sein Fokus liegt auf der Erforschung des Nutzens von Computern für die Erzeugung und Herstellung von architektonischen Formen. Zu seinen jüngsten Projekten zählen die Herstellung von einem Spitzengazebo auf der Gwangju Design Biennale, das Design und die Herstellung von 3D-Druckgrotten für das Centre Pompidou sowie die Installation einer Säulenhalle im Grand Palais in Paris. Zuletzt lehrte Michael Architektur als Gastprofessor an der Akademie der bildenden Künste in Wien und an der Southeast University in Nanjing. Davor war er bei Herzog & de Meuron Architects sowie in der Consulting- und Finanzbranche bei McKinsey & Company bzw. J.P. Morgan tätig. Michael hat ein Masterstudium der Architektur an der Columbia University abgeschlossen sowie einen MBA an der INSEAD.

Hardware Hacking: Quantencomputer

Quantencomputer und Quantensimulatoren sind Rechenvorrichtungen, deren Bestandteile einzelne Atome, Ionen oder andere physikalische Systeme sind, die quantenmechanischen Gesetzen folgen. Die Beobachtung, dass eine radikal andere physikalische Theorie im Vergleich zur klassischen Mechanik am Werk ist, könnte auf verschiedene Berechnungsmöglichkeiten hindeuten, die sich aus einer solchen Architektur ergeben. In der Tat könnten solche Vorrichtungen einige Probleme lösen, die bei herkömmlichen Supercomputern unlösbar sind. Teilweise angeregt durch neue Impulse durch Forschungsanstrengungen US-amerikanischer IT-Unternehmen und die Flaggschiff-Bemühungen der Europäischen Union hat die Idee des Quantencomputers und der Quantensimulation - die ohnehin nur etwas mehr als zwei Jahrzehnte alt ist - in letzter Zeit viel an Dynamik gewonnen. Während Quantencomputer bis dato noch Geräte der Zukunft sind, existieren Quantensimulatoren in gewissem Umfang. Dieser Vortrag wird eine kurze Einführung in das Gebiet der Quantentechnologien im Hinblick auf die Begriffe der Quantenkommunikation und insbesondere der Quantenberechnung und -simulation geben. Ich werde erläutern, inwiefern existierende Quantensimulatoren bereits als Maschinen gesehen werden können, die (in einem milden Sinne) Supercomputer übertreffen.

Jens Eisert arbeitet am Dahlem Zentrum für Komplexe Quantensysteme an der Schnittstelle von Quanteninformationswissenschaft und der Erforschung komplexer Quantensysteme. Er interessiert sich dafür, welche neuen Möglichkeiten der Informationsverarbeitung möglich sind, wenn einzelne Quantensysteme - wie Atome, Ionen oder Photonen - als Träger von Informationen verwendet werden. Die Anwendungen reichen von der Quantensimulation komplexer Quantensysteme und möglicher Berechnungen, die die Möglichkeit von Supercomputern übertrifft, bis hin zur sicheren Kommunikation von Daten. Er hat am Imperial College London als Dozent und an der Universität Potsdam und der Freien Universität Berlin als Professor gearbeitet. Für seine Arbeit wurde er mit dem renommierten EURYI Award und einem ERC Grant ausgezeichnet.

Obwohl der Quantencomputer erst in etwa 10-15 Jahren erwartet wird, ist es unerlässlich, dies bereits heute zu berücksichtigen. Tatsächlich ist es schon zu spät, um die Vertraulichkeit von Informationen für mehrere Jahrzehnte zu schützen! Heute ist die einzige Lösung, die bereits kommerziell verfügbar ist, die Quantenkryptographie. Diese Technologie mag futuristisch klingen, wird aber bereits seit etwa zehn Jahren in einigen Nischenmärkten eingesetzt. Die Theorie des Elektromagnetismus wurde im 19. Jahrhundert entdeckt und war die Grundlage für die gesamte Informationsverarbeitung im 20. Jahrhundert. Ebenso wurde die Quantentheorie im 20. Jahrhundert entdeckt und dürfte die Grundlage für die Informationsverarbeitung im 21. Jahrhundert bilden.

Prof. Nicolas Gisin wurde 1952 in Genf, Schweiz, geboren. Seine Interessen umfassen eine breite Palette an Themen, von den Grundlagen der Quantenphysik und -philosophie bis hin zu Anwendungen in der Quantenkommunikation. Er ist Autor eines bekannten Buches über Quantenchance und Nichtlokalität sowie Mitgründer der Firma IDQ.

Hardware Hacking: Robotik und AR/VR

ParrotAttacks VR - Spieleprogrammierung für die virtuelle Realität mit Unity 3D

Christoph Bergemann und Thomas EndresTNG

Dank des Aufkommens und des einfachen Zugangs zu professionellen Spiele-Engines wie Unity 3D, der Unreal- oder der Cry-Engine ist die Spieleprogrammierung in den vergangenen Jahren deutlich einfacher geworden. Mit den Engines selbt erhält der Entwickler auch Zugriff auf mächtige und umfangreichen Code-Bibliotheken, einfach zu verwendende 3D-Modelle und weitere Assets. Dies ermöglicht es ihm, sich schnell auf das eigentliche Spielkonzept zu konzentrieren, ohne viel Zeit in den Details der 3D-Programmierung zu verlieren. In diesem Vortrag soll anhand eines einfachen Beispiels im Live-Coding ein Virtual-Reality-Spiel in Unity 3D erstellt werden. Die Vortragenden gehen dabei auf viele elementare Aspekte der 3D-Softwareentwicklung ein. Dazu zählen Kameras und Skyboxes, die Beleuchtung und die 3D-Objekte selbst wie auch deren Komponenten. Daraufhin wird der Programmfluss und die Programmierung der Spielelogik anhand eines Beispiels beschrieben. Unterfüttert wird die Demonstration mit Tipps zu Themen wie Usability und Wartbarkeit.

Christoph Bergemann ist Consultant bei TNG Technology Consulting GmbH. Nach seinem Mathematikstudium an der LMU München war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt im Bereich Fernerkundung der Atmosphäre tätig. Neben seiner Kundentätigkeit ist er im TNG-Hardware-Hacking-Team aktiv und entwickelt an verschiedenen Prototypen mit.

Thomas Endres arbeitet als IT-Consultant für TNG Technology Consulting in München. Neben seiner "normalen" Tätigkeit für den Kunden entwickelt er zusammen mit dem TNG-Hardware-Hacking-Team veschiedene Prototypen - darunter ein Augmented Reality Device, durch das man die Welt durch die Augen eines Terminators sehen kann, oder aber ein Telepräsenz-Robotik-System. In seiner Freizeit arbeitet er an gestensgesteuerten Anwendungen, um damit beispielsweise Quadrocopter fernzusteuern. Darüber hinaus ist er in verschiedenen Open-Source-Projekten in Java, C# und allen Spielarten von JavaScript involviert. Nebenberuflich betätigt er sich als Dozent an der Universität für Angewandte Wissenschaften in Landshut. Thomas ist studierter Informatiker (TU München) und leidenschaftlicher Softwareentwickler. Als Intel Software Innovator und Black Belt präsentiert er weltweit neue Technologien wie Gestensteuerung, AR/VR und Robotik. Vor kurzem erhielt er dafür einen JavaOne Rockstar-Award.

ROS2 – Das Robot Operating System Version 2

Eric Weikl und Dr. Martin IdelTNG

Bei dem Robotic Operating System handelt es sich um eine Plattform für die Entwicklung von autonomen Systemen. Durch die flexible Architektur und der konsequenten Open Source-Politik erfreut sich ROS von Anfang an einer großen Community. So wird die ursprünglich für Roboter gedachte Plattform inzwischen für viele Einsatzszenarien in Industrie und Forschung eingesetzt, unter anderem im autonomen Fahren. Mit der neuen Version 2 werden viele Schwächen der ersten Version behoben. In diesem Vortrag geben wir eine kurze Einführung in die Konzepte hinter ROS und den dazugehörigen Tools. Anhand von Beispielen demonstrieren wir, wie der Einsatz von ROS die Integration von Software und Sensoren erleichtern kann.

Dr. Martin Idel ist seit 2016 Software Consultant bei TNG. Dort entwickelt er im Kundenauftrag die Open Source Visualisierungssoftware RViz für ROS2 weiter. Davor hat Martin Physik und Mathematik an der RWTH Aachen und Theoretische und Mathematische Physik an der LMU und TU München studiert bevor er sich ausgiebig mit Themen im Bereich der Quanteninformationstheorie beschäftigt hat und dazu an der TUM promoviert wurde.

Eric Weikl ist Associate Partner bei TNG, wo er seit über 15 Jahren seiner Leidenschaft für Softwareentwicklung und -architektur nachgeht. Am liebsten hält er sich dort auf, wo das platonische Ideal des Programmierens und der schmutzige IT-Alltag kollidieren, zuletzt im Umfeld von Simulationen für autonome Fahrsysteme mit ROS.

Inside the Air Mobility Revolution (auf Englisch)

Matthias Meiner, Mitgründer und Leiter der Autonomen Flugsteuerung, Lilium Aviation

Die rasant zunehmende Urbanisierung und unser täglich wachsender Mobilitätsbedarf treiben unsere Transportsysteme und globalen Ökosysteme immer näher ans Limit. Ein sauberer und bezahlbarer Luftverkehr auf Abruf bietet einen Ausweg durch das Nutzen der dritten Dimension. Zum ersten Mal in der Geschichte wird das überfällige Versprechen von über unseren Städten fliegenden Taxis Realität. An der Spitze dieser Revolution arbeitet das Münchner Unternehmen Lilium am weltweit ersten Electric Transition Jet. In seinem Vortrag spricht, Mitbegründer und Leiter der Autonomen Flugsteuerung, Matthias Meiner über die Zukunft einer Welt, in der jeder überall und jederzeit fliegen kann, und die Herausforderungen, die es zu meistern gilt.

Matthias wurde 1987 in Stuttgart geboren und zog nach München, um Robotik an der Technischen Universität München zu studieren. Bei Lilium ist er Leiter der autonomen Flugsteuerung. Matthias ist außerdem Alumnus der Studienstiftung des deutschen Volkes. Schon immer faszinierte ihn die Regelungstechnik und die Luftfahrt, was sich in seiner Forschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) während seines Studiums widerspiegelte. Im Jahr 2004 gewann er den größten europäischen Jugend- und Technologiewettbewerb "Jugend Forscht". Im Jahr 2017 wurde Matthias von Forbes für seine Leistungen mit Lilium als einer der 30 führenden europäischen Innovatoren unter 30 ausgewählt.

New Frontiers of Robotic Applications, the Art of Manipulation (auf Englisch)

Simon Haddadin, CEO und Mitgründer, FRANKA EMIKA

Die Robotik wird wesentliche und nachhaltige Auswirkungen auf unsere Welt haben und zu einem der zentralen gesellschaftlichen Zukunftsthemen werden. Heutzutage ist es jedoch nur für eine begrenzte Anzahl von Personen zugänglich. Hohe Kosten, komplexe Programmierung und Bedienung sowie grundlegende technologische Einschränkungen, die unter anderem zu einer absoluten Trennung von Robotern und Menschen durch Sicherheitszäune führen, sind unüberschreitbare Hürden. Die Einführung bahnbrechender Technologien in der Robotik ermöglicht nun eine neue Generation von Leichtbaurobotern, die Aufgaben ausführen können, die zuvor nicht bewältigt werden konnten.

Simon Haddadin ist CEO und Mitgründer von FRANKA EMIKA. Er promovierte über sichere physikalische Mensch-Roboter-Interaktion, war Mitglied der renommierten DLR-Forschungsgruppe "Human-Centered-Robotics" und veröffentlichte mehrere Zeitschriften- und Konferenzbeiträge. Seine technologische Expertise liegt in "sicheren Robotern", intuitiver Interaktion und virtueller Programmierung sowie Robotic-Service-&-Health-Anwendungen.

IT-Sicherheit und Datenschutz

Encrypted Email: How Hard Could It Be? (auf Englisch)

Andy Yen PhD, Gründer und Geschäftsführer, Proton Technologies AG: ProtonMail

In den letzten 3 Jahren hat sich ProtonMail mit über 4 Millionen Nutzern zum weltweit größten verschlüsselten E-Mail-Dienst entwickelt. In dieser Keynote erörtern wir die Vorteile und Herausforderungen der Arbeit im offenen und föderierten E-Mail-Bereich, die technischen Hürden sowie die Probleme bei der Nutzung von verschlüsselte E-Mails und die Bedeutung der Entwicklung von Sicherheitssystemen im Zeitalter von Datenschutzverletzungen.

Andy hat über 8 Jahre Erfahrung im Bereich Distributed Computing für anspruchsvolle Anwendungen der Teilchenphysik. Er war von 2009 bis 2015 Forscher am CERN. Dort hat sich das Gründungsteam von ProtonMail kennengelernt. Andy hat einen Doktortitel in Physik von Harvard und einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften von Caltech.

Privacy-Preserving Data Analysis & Security by Design

Dr. Daniel Kraschewski, TNG

Statistische Analysen von personenbezogenen Daten haben viele Anwendungsfälle: von medizinischen Studien über Verkehrsplanung bis hin zur Optimierung von Werbemaßnahmen. Allerdings stehen entsprechenden Geschäftsfeldern grundsätzlich Datenschutzrechte entgegen. In der Praxis wird bislang oft der Weg gegangen, die betroffenen Personen zum mehr oder weniger freiwilligen und meist sehr weitreichenden Verzicht auf ihre Rechte zu bewegen, z.B. indem man die Benutzung eines Online-Dienstes an eine entsprechende Einwilligung knüpft. Dieses Vorgehen wird ab dem 25.5.2018 mit der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung vor wesentlich verschärfte juristische Hürden gestellt und ich möchte in meinem Vortrag zeigen, dass es auch alles andere als alternativlos ist: Technische Anonymisierungslösungen mit "Security by Design" ermöglichen statistische Analysen von personenbezogenen Daten, ohne den Privatsphärenanspruch der entsprechenden Individuen zu verletzen. Durch geeignetes Zusammenspiel klassischer IT-Sicherheitsmechanismen, moderner kryptographischer Verfahren und strikter formaler Anonymitätsdefinitionen sind wertschöpfende Personendatenanalysen möglich, während gleichzeitig selbst im Fall eines korrumpierten Systembetreibers ein hohes Maß an Vertraulichkeit garantiert werden kann.

Daniel Kraschewski hat bis Ende 2006 an der Universität Karlsruhe Informatik studiert und war dort bis zu seiner Promotion im Jahr 2013 am Institut für Kryptographie und Sicherheit wissenschaftlich tätig. Anschließend verbrachte er ein Jahr als Postdoc am Technion in Haifa (Israel). Während seiner akademischen Laufbahn konnte er neben sehr erfolgreichem Engagement in der Lehre auch mehrere offene Fragen im Forschungsgebiet "Secure Multi-Party Computation" klären. Seit Anfang 2015 ist er für TNG als Software-Entwickler und Data-Privacy-Experte in einem Big-Data-Projekt zur anonymisierten Personendatenanalyse im Einsatz.

Journalismus der Zukunft

Die Technologie hinter den Paradise Papers

Elisabeth Gamperl und Felix EbertSüddeutsche Zeitung

Der Süddeutschen Zeitung wurden erneut mehrere Millionen Dokumente über Steueroasen und Briefkastenfirmen zugespielt. Die Paradise Papers dokumentieren, wie kriminelles Verhalten vertuscht und Geld aus dubiosen Quellen versteckt wird. Wie schon bei den Panama Papers hat die SZ die Daten geteilt und erneut arbeitete ein weltweites Team von Reporterinnen und Reportern daran, die besten Geschichten herauszufiltern. Die Arbeit mit einer solchen Datenmenge muss gut organisiert werden und erfordert spezielle Maßnahmen. In diesem Vortrag sprechen Felix Ebert und Elisabeth Gamperl darüber, welche Tools und Technologien benutzt wurden, um die Daten aufzubereiten, zu durchsuchen und zu visualisieren. Zudem geben sie einen Ausblick auf die Zukunft der Recherche in großen Datenmengen bei der Süddeutschen Zeitung.

Elisabeth Gamperl ist Redakteurin bei der Süddeutschen Zeitung und zuständig für digitales Storytelling. Sie ist Mitglied des Paradise-Papers-Rechercheteams und war Teil des Panama-Papers-Digitalteams. Sie absolvierte ein zweijähriges Volontariat bei der SZ und war zwei Monate davon beim Datenteam der britischen Tageszeitung The Guardian in London. Sie arbeitete davor jeweils ein Jahr als Redakteurin bei der Neuen Zürcher Zeitung Österreich (NZZ.at) – dem ehemaligen Onlineableger mit sogenannter „Bezahlschranke“ der Schweizer NZZ-Mediengruppe und der investigativen und Datenjournalismus Plattform Dossier in Wien.

Felix Ebert arbeitet als Entwickler für die Süddeutsche Zeitung in der Entwicklungsredaktion. Bei den Paradise Papers hat er das Team Investigative Recherche technisch unterstützt und eine Visualisierung des weltweiten Netzwerks in den Daten erstellt. Zuvor lebte und arbeitet er in Neckarsulm in der Nähe von Heilbronn. Dort hat er die Entwicklergruppe "Code for Heilbronn" geleitet und zahlreiche journalistische Projekte umgesetzt, unter anderem für die Heilbronner Stimme, die weit über die Region hinaus mit ihren datenjournalistischen Projekten auf sich aufmerksam gemacht hat.

Management

Technologieunternehmen zum Durchbruch verhelfen - Die Sicht des Investors

Christian Roth, Geschäftsführer, LEA Partners GmbH

In diesem Vortrag wird die Sicht des Investors/Venture Capitalists auf Technologieunternehmen vermittelt. Dabei werden sowohl ein kurzer Abriss des Marktes gegeben als auch insbesondere die Beziehung zwischen Investoren und technischen Organisationen/CTOs diskutiert. Hinzu werden Erwartungen und Anforderungen in den unterschiedlichen Phasen (early stage vs. later stage) beleuchtet. Schlussendlich sollen Sie besser verstehen, wie ein Investor tickt. Selbstverständlich bleibt auch noch genug Zeit für Fragen.

LEA Partners ist ein unternehmerisch denkendes, mehrstufiges Private-Equity-Unternehmen, das in wachsende Technologie- und Softwareunternehmen investiert, die in ihren Branchen einen Wandel vorantreiben. Die 2002 gegründete LEA hat bei Investitionen von mehr als 300 Millionen Euro an mehr als 40 Unternehmen beraten. Der Sitz des Unternehmens liegt in Karlsruhe, einem der größten europäischen IT-Ballungszentren. Als Mission des Unternehmens gilt die Förderung und Unterstützung von visionären Gründern und Führungskräften, indem diesen mithilfe von praxisorientierten Know-how geholfen wird eine führende Marktposition einzunehmen.

Christian ist seit 2016 bei LEA Partners tätig. Davor gründete er die Firma BEONTRA, ein Unternehmen der B2B Enterprise SaaS, das sich auf die Unterstützung von Flughäfen bei der Optimierung ihrer Effizienz und Einzelhandelsaktivitäten konzentriert. Mit ihm entwickelte sich das Unternehmen zum Marktführer für Flughafenplanungs- und Optimierungssoftware und betreute weltweit mehr als 60 führende Flughafenbetreiber. Im Jahr 2014 verließ Christian BEONTRA und wechselte zu Lockheed Martin.

Technische Disruption im Einklang mit 24/7 Betrieb

Dr. Eckart Pech, Vorstandsmitglied, Allianz Technology SE

Die meisten Organisationen unterschätzen den Wert einer ausgereiften "Run"-Organisation, welche die Basis sein muss, um Innovation erfolgreich sein eigen zu machen und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Neue Projektüberlegungen können nur Erfolg erlangen, wenn die "Run"-Auswirkungen antizipiert werden und die Grundlagen unter Kontrolle sind.

Dr. Eckart Pech ist Vorstandsmitglied der Allianz Technology SE. Er ist verantwortlich für Global Platforms, MetaFinanz, den AZ Technology CIO, Workplace Management und Robotics. Bevor er zur Allianz Gruppe kam, hat Eckart über 20 Jahre internationale Erfahrung im globalen Management- und Technologieumfeld in Senior Leadership Rollen gesammelt. Er war in verschiedenen globalen Fortune 500-Unternehmen weltweit tätig, einschließlich einer sechsjährigen Amtszeit in den USA. Eckart hat Betriebswirtschaftslehre und Chinesisch an den Universitäten Bayreuth und Shanghai International Studies University studiert. Er hat seine Doktorarbeit in München abgeschlossen.

Methoden

Less Than Twelve Parsecs - Building the LEGO Millenium Falcon in Record Time with Scaled Scrum (auf Englisch)

Dr. Daniel PapeTNG

Daniel studierte Chemie in Köln und wurde im Wintersemester 2013/14 in theoretischer Chemie promoviert. Während seiner Promotionszeit beschäftigte er sich mit der Entwicklung von Simulationssoftware in C++. Vor seinem Einstieg bei TNG im November 2014 arbeitete er als freiberuflicher Dozent für MINT-Fächer unter anderem für die Hochschule Fresenius in Köln. Als Software-Consultant bei TNG ist Daniel als Full-Stack Java-Entwickler in verschiedenen Projekten für Online-Retailer und Telekommunikationsunternehmen tätig gewesen und leitet zurzeit ein Team mit Fokus auf der Algorithmenentwicklung im Bereich des autonomen Fahrens bei einem führenden deutschen Automobilhersteller. In seiner Freizeit interessiert er sich für systemnahe Programmierung mit Rust, IoT, Robotik und vor allen Dingen für das Erschaffen von LEGO-Phantasien unter Anleitung seiner beiden Töchter.

Hilfe, Kind im Brunnen - Systematisch technische Schulden abbauen

Dr. Gernot Starke (innoQ Fellow), Mitgründer von arc42.org und Gründer von aim42.org

Wir verbringen als Entwickler und Architekten die meiste Zeit mit der Weiterentwicklung bestehender Systeme (der so genannten "Wartung"). Dabei ärgern wir uns oftmals über die vielfältigen Defizite dieser Systeme: Selbst vermeintlich einfache Dinge werden bei diesen _Legacy-Systemen_ unsäglich schwierig, die _time-to-market_ wird immer schlechter, die Fachbereiche bauen immer mehr Feature-Druck auf. Im Vortrag zeige ich Ihnen Möglichkeiten auf, dieser Falle technischer und anderer Schulden systematisch zu entkommen: Lernen Sie langfristige Verbesserungsansätze kennen, mit denen Sie auch in verfahrenen Situationen das Kind wieder aus dem Brunnen bergen können. Dazu begeben wir und im ersten Schritt auf methodische Breitensuche nach Problemen, um unsere technischen, organisatorischen und kommunikativen Schulden erstmal klar zu identifizieren. Anschließend stelle ich Ihnen eine Reihe strategischer Verbesserungsansätze vor, beispielsweise Verbesserung durch:

* Verkleinerung: Migration in Richtung Self-contained Systems ("change-by-split" und "change-by-extraction")

* stärkeren Fokus auf Fachlichkeit: Ansätze von Domain-Driven Design schrittweise in Legacy-Systeme einbringen ("restructure-to-domain")

* Stärkung der Kohäsion innerhalb von Systemen ("improve modularization")

* Homogenisierung - ähnliche Probleme in Systemen auch ähnlich lösen ("improve consistency")

* Daten aufräumen: Modularisierung und Homogenisierung in Bestandsdaten ("database refactoring")

Ich grenze diese strategischen (d.h. langfristigen) Ansätze gegen die bekannten taktischen Verbesserungen wie Refactoring ab, und illustriere durch (anonymisierte) praktische Beispiele.

Gernot Starke (INNOQ Fellow), Coach und Berater für methodische Softwarearchitektur, (Mit-)gründer von arc42.org, Gründer von aim42.org. Gernot hat bei Entwurf und Implementierung mittlerer und großer Systeme für Organisationen aus unterschiedlichen Bereichen mitgearbeitet, hauptsächlich im Bereich Finanzen, Versicherungen, Automotive, Logistik und Telekommunikation. Daneben hat er zahlreiche Bücher über Softwarearchitektur und Patterns geschrieben und veröffentlicht regelmäßig Fachartikel. Er lebt mit seiner Familie in Köln.

Raus aus der lokalen Optimierungsfalle: kommunikationsstark architekturelle Änderungen gestalten

Stefan Gräsel, IT-Architekt, Telefónica Germany OHG, und Jonathan PichtTNG

Warum ist Architektur notwendig? Bei der Automatisierung von Geschäftsprozessen ist es erforderlich, diese ganzheitlich zu betrachten, zur langfristigen Strategie des Unternehmens hin auszurichten und so die Zukunft zu gestalten. Dabei gibt der Architekturbereich Rahmenbedingungen für die Entwicklung vor und nutzt einen breitgefächerten Werkzeugkasten an Kommunikations-, Dokumentations- und Planungsmethoden. Bei der Lösungserstellung treffen unterschiedliche Ansätze konstruktiv aufeinander um das beste Ergebnis für die Firma zu erzielen.

Stefan Gräsel studierte Betriebs- und Volkswirtschaftslehre an der VWA München und ist seit 1999 für Telefónica Deutschland in verschiedensten Rollen unterwegs und treibt Veränderung voran. In die Architektur bringt er neben seiner mehrjährigen Erfahrung aus dem Service-, Produkt- und Projektmanagement daher fundierte Kenntnisse der Geschäftsprozesse innerhalb des Unternehmens mit ein, um das optimale Ergebnis zu erzielen. Mit seiner Gabe, Themen zu strukturieren, seinem Mut neue Wege zu gehen, bringt er seine Projekte stets voran. Neue Services wie die technische Umsetzung des Telefónica „Napster Music Packs“ und die Einführung einer „mobile wallet“ basierend auf NFC Technologie zählten zu seinen größten Erfolgen.

Jonathan Picht studierte Mathematik in Karlsruhe, Freiburg und Eugene, Oregon. Seit 2011 widmet er sich bei TNG Technology Consulting der Software-Entwicklung in all ihren Facetten. In seiner neuen Rolle als Architekt stellt er sich regelmäßig der Herausforderung, unterschiedlichsten Stakeholdern komplexe technische Zusammenhänge und ihre Auswirkungen zu vermitteln.

Im Sport entscheidet neben Kraft, Ausdauer und Technik vor allem der Kopf über Sieg und Niederlage. Die konsequente Arbeit am richtigen Mindset ist hier mittlerweile selbstverständlich, so dass sich ein Blick über den Tellerrand für alle lohnt, die im Arbeitsalltag ihre PS fokussiert auf die Straße bringen wollen ohne dabei selbst auf der Strecke zu bleiben. In diesem Vortrag werden Know-how, konkrete Methoden und Tipps vermittelt, um Leistung auf den Punkt zu bringen, ohne dabei die Grenzen des Gesunden zu überschreiten. Ganz ohne Esoterik und Rauchstäbchen stehen dabei fundierte Techniken zum Task- und Gedankenmanagement sowie Visualisierung und Fokussierung im Vordergrund. Und je besser sie dabei verstehen, wie sie selbst ticken, desto besser können sie ein Mindset aufbauen, in dem beruflicher Erfolg und private Zufriedenheit keine Gegensätze sondern in Balance sind.

Dr. Kai Engbert ist Diplompsychologe, Psychotherapeut und ausgebildeter Sportpsychologe. Seit 2005 arbeitet er als freiberuflicher Trainer und Coach mit den inhaltlichen Schwerpunkten mentale Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Er begleitet leistungsorientierte Menschen im Spitzensport und Unternehmen und konnte u.a. bei den letzten 5 Olympischen Spielen Sportler und Trainer als Mitglied der deutschen Olympiamannschaft vor Ort unterstützen. Dr. Engbert ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Beiträge und des Praxisbuches: „Mentales Training im Leistungssport - ein Übungsbuch für den Schüler und Jugendbereich“.

Dr. Jens Vorsatz hat seine Wurzeln im Leistungssport und hat an den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona im Kanuslalom teilgenommen. Nach einem Diplom in Mathematik und der Promotion am Max-Planck Institut für Informatik im Bereich „3D Modellierung“ hat er sich für eine Karriere in der Wirtschaft entschieden. Als Berater bei McKinsey konnte und musste er lernen wie wichtig es ist, seine Energie zu fokussieren und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Die dort erlernten Methoden hat er über Jahre verfeinert und an seine Bedürfnisse sowie unterschiedliche Situationen adaptiert. Zurzeit arbeitet er als Direktor bei adidas, bis Ende 2017 hat er den Bereich IT-Testmanagement geleitet. Seit diesem Jahr leitet er das Community & Partnermanagement Team im „Platform-Engineering und Architecture“ Umfeld.

F&E Performance in der Umsetzung

Stefan Seuferling, Head of R&D, Dräger

„Time to Market“, Innovationsmanagement und Agilität sind Begriffe, die heute in nahezu allen Technologieunternehmen kursieren. Die Ergebnisse bleiben meistens hinter den Erwartungen zurück und nicht selten bleibt es bei Buzz-words in Powerpoint-Präsentationen. Wir haben die Reise in diesen Bereichen vor ca. einem Jahr begonnen und können bereits signifikante (und messbare) Erfolge verzeichnen. Stefan Seuferling wird einen Überblick der Aktivitäten bei Dräger zeigen und Impulse geben.

  • Setzen der richtigen Ziele / strategische Ziele als Leitplanken
  • Gesamtkonzept und Überblick der Change-Roadmap
  • Begleitende Initiativen & worauf kam es bei Dräger wirklich an
  • Tracking und Motivation
  • Right people on the bus (Rollenmodelle, Kompetenzmanagement)
  • Einführung von Agile / agiles Leadership
  • Next level 

Dipl. Betriebswirt (FH) Stefan Seuferling startete seine Laufbahn in der Wirtschaftsprüfung. 2003 folgte der Wechsel in die Industrie und ab 2011 sammelte er Erfahrungen im R&D Bereich der Medizintechnik- und Pharmabranche. Neben der erfolgreichen Entwicklung und Einführung neuer Medizinprodukte lag sein Schwerpunkt auf der Identifizierung neuer Technologien und der Vernetzung mit Industriepartnern und Forschungseinrichtungen. Derzeit leitet er bei Dräger Global den Entwicklungsbereich.

Pi mal Daumen - die Statistik von Schätzungen in der Softwareentwicklung

Dr. Steffen Rath, TNG

Wie in vielen Projekten verwenden wir auch bei $KUNDE Schätzungen in Story-Punkten, um eine Vorstellung vom Zeitaufwand für die Realisierung gewünschter Features zu erhalten. Aber sind drei Punkte heute überhaupt das gleiche wie drei Punkte vor einem halben Jahr? Und ist die verwendete Skala mit Fibonacci-Zahlen für die erzielbare Genauigkeit eigentlich angemessen? Ausgehend von Daten über Schätzungen und tatsächliche Aufwände aus zwei Jahren aus einem TNG-Großprojekt bin ich diesen Fragen mit statistischen Methoden nachgegangen und leite daraus Empfehlungen ab, um Schätzmeetings effizienter zu gestalten.

Dr. Steffen Rath studierte als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes Physik an der Universität Mainz und der Ecole Normale Supérieure Paris, wo er auch mit einem Stipendium des DAAD promovierte. Sowohl dort als auch in seiner anschließenden Beschäftigung als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität München spielte die Quantenstatistik eine zentrale Rolle. Seit 2013 arbeitet er als IT-Consultant bei TNG Technology Consulting in München. Das Interesse an statistischen Zusammenhängen wendet er nun neben der regulären Projektarbeit auf die Zahlen an, die zum Management dieser Projekte erhoben werden.

Programmiersprachen

gopass - An Awesome Password Manager for Teams (auf Englisch)

Dominik Schulz, Head of Infrastructure, JustWatch, und Dr. Martin HöflingTNG

DevOps-Teams stehen sehr häufige vor einer Herausforderung: Dem Teilen von Passwörtern. Obwohl nicht erwünscht, ist das Teilen von Passwörtern immer noch ein häufiges Problem, das wir im Zeitalter der Integration von Cloud- und Service Providern lösen mussten. Nachdem wir Cloud-basierte und Closed-Source-Produkte aus Sicherheits- und Vertrauensgründen ausgeschlossen haben, entschieden wir uns, unseren eigenen Passwort-Manager mit einem Git- und GPG-basierten Speicherformat zu implementieren. Wir zeigen, was gopass ist, warum es existiert und wie es helfen kann, einige Anwendungsfälle der realen Welt zu lösen. Wir erklären weiter, wie gopass in den Workflow integriert werden kann und warum Go so eine großartige Sprache ist.

Dominik ist Head of Infrastructure bei justwatch.com, wo er ein kleines Team für Site Reliability Engineering leitet, das eine hochmoderne Microservice-Architektur orchestriert. Zuvor war er für die Infrastruktur von ProSiebenSat.1 MyVideo verantwortlich. Er erhielt seinen M.Sc. in Informatik von der Technischen Universität Darmstadt.

Martin ist Principal Consultant bei TNG Technology Consulting und konzentriert sich auf Cloud-Technologien und die Architektur verteilter Systeme. Derzeit ist er an der Entwicklung und dem Betrieb einer groß angelegten Webanwendung mit Salt, Terraform, Kubernetes und AWS beteiligt.

Bundling JavaScript: The Good, the Dead and the Ugly Code (auf Englisch)

Dr. Lukas TaegertTNG

Wenn man will, dass Internetseiten schnell laden, ist es wichtig, dass der Code möglichst klein gepackt werden kann. Warum also nicht all diese nutzlosen Helper-Funktionen entfernen, die Sie weder verwenden noch interessieren, die sich aber als Abhängigkeiten in Ihre Codebasis eingeschlichen haben? Bei JavaScripts nativem Modulsystem wird das Entfernen ungenutzter Importe üblicherweise als "Tree-Shaking" bezeichnet. Aber wie sich herausstellt, ist die signifikante Beseitigung von „totem“ Code in einer dynamischen Sprache wie JavaScript keine leichte Aufgabe. Um Ihnen einen Eindruck davon zu vermitteln, wie man dies erreichen kann, werde ich Ihnen zeigen, wie wir Rollups Tree-Shaking-Algorithmus überarbeitet haben, um verschachtelte Funktionen, Rückgabewerte und Objektfstrukturen zu verfolgen und wie Clean-Code Prinzipien dabei geholfen haben. Außerdem werde ich zeigen, wie Rollup jetzt erstmals Code-Splitting ohne Code-Duplizierung ermöglicht, um optionalen Code bei Bedarf nachzuladen ohne dass ein anderes Runtime nötig ist als das des Gastsystems.

Nachdem er in seiner Doktorarbeit die mathematischen Eigenschaften schwarzer Löcher untersucht hatte, beschloss Lukas, sich von da an leichteren Dingen zu widmen. Heute ist er ein Full-Stack Entwickler bei TNG mit einem starken JavaScript Fokus, eine Leidenschaft, die er gerne auch in Vorträgen und Workshops teilt. Als er nach einem Vortrag bei der Munich Node User Group über den den JavaScript-Bundler RollupJS entschied, einige Pull Requests vorzubereiten um dessen zentralen "Tree-Shaking" Algorithmus zu Entfernung unbenutzten Codes substantiell zu verbessern, begannen sich die Dinge unerwartet weiterzuentwickeln. Heute ist er einer der Maintainer und treibenden Entwickler dieses Open-Source Tools das von bekannten Bibliotheken wie Facebook's React und Google's Angular zur Codeoptimierung verwendet wird.

Softwaresysteme und Werkzeuge

Distributed Build Systems (auf Englisch)

Neil Mitchell PhD, Software Engineer

Build-Systeme sind phantastisch, werden aber nicht genügend gewürdigt. Vor zehn Jahren habe ich begonnen Shake zu schreiben, eine Haskell Bibliothek um Build-Systeme zu implementieren. Shake war ursprünglich eine Alternative zu Make, aber mit mächtigeren und präziseren Abhängigkeiten. In diesem Vortrag verfolgen wir die Entwicklung von Shake anhand der Kernideen von einem kleinen Modul im Rahmen einer Doktorarbeit hin zu einem umfangreichen Build-System. Infolgedessen werden wir die Beziehung unterschiedlicher Build-Systeme aufzeigen, erläutern, dass es sich bei Excel ebenfalls um ein Build-System handelt und zeigen wie Bazel/Buck den gemeinsamen Cache in der Cloud verwalten.

Neil Mitchell ist ein Haskell-Entwickler, der mit seiner Familie in Cambridge lebt. Neil hat seinen PhD in Informatik von der York University gemacht, in dem er das Ziel verfolgt hat, funktionale Programme kürzer, schneller und sicherer zu machen. Seitdem hat er bei Credit Suisse mit Haskell/F#/C++ und bei Standard Chartered und Barclays mit F# gearbeitet, wobei er Erkenntnisse aus der funktionalen Programmierung im Finanzwesen anwendete. Neil ist ein starker Anhänger des funktionalen Ansatzes und von der Kombination von Prägnanz, statischer Typisierung und Testbarkeit zum Erreichen signifikanter Vorteilen überzeugt. Er entwickelt derzeit eine Reihe von Open-Source-Haskell-Projekten, die alle auf Github oder auf Hackage zu finden sind.

OpenADx - xcelerate die Autonomous Driving Entwicklung (auf Englisch)

Dr. Steffen Evers, Head of Open Source Services, Bosch Software Innovations

Autonome Fahrlösungen erhöhen deutlich die Komplexität der Entwicklung von eingebetteten Systemen in einem Auto. Diese Komplexität steigt auch noch mit jedem der definierten Autonomie-Level. Zu dieser Komplexität tragen neue Werkzeugkategorien wie maschinelles Lernen bei, aber auch bestehende Technologien, wie z.B. Simulation, werden an ihre aktuellen Grenzen gebracht. Die Integration aller Tools aus den unterschiedlichen Domänen in eine Toolchain kostet jeden Marktteilnehmer viel Aufwand ohne einen echten Wettbewerbsvorteil zu generieren. Aus diesem Grund möchte die Bosch Autonomous Driving Division im Rahmen des OpenADx-Ökosystems Lösungen im Bereich der Toolchain mit vielen Partnern gemeinsam entwickeln, um so die Aufwände zu teilen. Unter den Partnern sind OEMs, Tier-1-Zulieferer, Tool-Anbieter, Forschungsorganisationen, aber auch Unternehmen aus verwandten Branchen wie der IT-Branche. Das Ziel dieses Bestrebens ist es, kein Geld mehr für die Einführung einer eigenen Toolchain in jedem der Unternehmen zu verschwenden und die Entwicklungskosten zu teilen. Neben dem Vorteil der Kostenteilung ist eine bessere Integration der Toolchain in die Organisationen, insbesondere aber auch an der Schnittstelle zwischen kooperierenden Organisationen, zu erwarten. Für Werkzeughersteller und Forschungseinrichtungen besteht der Vorteil des Ansatzes in der Existenz einer Integrations-Backbones, welcher es den Anbietern ermöglicht, neue Technologien oder Tools in eine Arbeitsumgebung zu integrieren, die in vielen Kundenorganisationen läuft, anstatt proprietäre Lösungen für einzelne Kunden bereitzustellen. Dies bedeutet nicht, bestehende Tools zu ersetzen. Es gibt viele Tools und Technologien, ob kommerziell oder Open Source, die bestimmte Problemstellungen hervorragend lösen und dies auch in Zukunft tun sollten. Ziel der Initiative ist eine optimale Unterstützung der Entwicklungsabläufe sowie die Integration der relevanten Tools und das Füllen von identifizierten Funktionalitäts-Lücken. Diese Integrationsumgebung wird als Open-Source-Software unter dem Dach der Eclipse Foundation zur Verfügung gestellt. Der aktuelle Stand der Initiative ist, dass es eine große Gruppe interessierter Partnern gibt, die sich auf klar umrissene Themen konzentrieren, die von allgemeinem Interesse sind. Einige Partner arbeiten beispielsweise an einer Integration mehrerer Werkzeuge im Bereich der Simulation mittels der Kommunikationstechnologie DDS. In einem anderen Umfeld arbeiten Partner am Import und der Verwaltung von großen Datenmengen, z.B. aus Messreihen. Hier geht es derzeit hauptsächlich um den Import von Standarddatenformate in eine Cloudinfrastruktur. Eine identifizierte Kerntechnologie ist ROS, insbesondere ROS2. Im Rahmen von OpenADx unterstützt Bosch die Portierung von Funktionalitäten wie RVIZ und Rosbag von ROS1 nach ROS2. OpenADx ist ein industrieller Ansatz für die Zusammenarbeit in nicht wettbewerbsorientierten Bereichen, um Toolchains mit geringem Aufwand aufzubauen und die Entwicklung autonomer Fahrlösungen zu beschleunigen.