Überblick über die Sprecher und ihre Vorträge für den Big Techday 5 am Freitag, den 15.6.2012

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Big Think Day

Steven Pinker ist Harvard College Professor und Johnstone Family Professor der Psychologie an der Harvard University. Er ist erfolgreicher Autor mehrerer Bücher, unter anderem kürzlich "The Better Angels of Our Nature: Why Violence Has Declined", über welches er auf dem BTD5 sprechen wird, und "The Stuff of Thought: Language as a Window into Human Nature". Seine früheren Werke sind unter anderem "The Blank Slate" und "How The Mind Works", welche beide Finalisten für den Pulitzer Preis waren. Dr. Pinker wurde in der TIME Magazine-Liste der "100 einflussreichsten Menschen der Welt" aufgeführt, ebenso wie in der Liste der "The World's Top 100 Public Intellectuals" von Foreign Policy. Er bekam Preise und Ehrungen der amerikanischen nationalen Akademie der Wissenschaften, der Cognitive Neuroscience Society und von der American Psychological Association.

Three more orders of magnitude: The future social effects of Moore's law

Charles Stross, Science Fiction-Autor

Programmiersprachen

The Kotlin programming language

Dmitry Jemerov, Jetbrains

Kotlin ist eine neue, statisch typisierte Programmiersprache, die von JetBrains für die Zielplattformen JVM und JavaScript entwickelt wurde. Kotlin auf der JVM wurde als vollständig Java-kompatibel entworfen, gleichzeitig aber auch sicherer und präziser. Ausserdem benötigt man keine Promotion, um die Sprache zu verstehen. Kotlin wurde von Anfang an mit IDE-Unterstützung entwickelt und ist aktuell als Preview Release verfügbar. In der Präsentation wird ein Sprachüberblick gegeben, einige der Unterscheidungsmerkmale detailliert angeschaut sowie die IDE-Unterstützung demonstriert.

Seit Dmitry Jemerov im Jahr 2003 bei JetBrains mitmachte, hatte er viele verschiedene Hüte in der Firma auf. Heute leitet er die Entwicklung von PyCharm, einer IDE für Python und Django, und ist Mit-Leiter von der Java-IDEA IntelliJ IDEA, dem Firmenflaggschiff. Er trägt auch zur Kotlin-Entwicklung bei und hat die initiale Implementierung des Java Bytecode Generators für die Sprache erstellt.

Deep C++

Olve Maudal, Cisco

Programmieren ist schwer. Korrektes C++ zu programmieren ist besonders schwer. Eine Bildschirmseite, die ausschliesslich wohldefiniertes, standardkonformes C++ enthält, ist eine Seltenheit. Warum schreiben professionelle Entwickler solchen Code? Weil den meisten Entwicklern ein tiefes Verständnis der verwendeten Sprache fehlt. Denn obwohl sie gelegentlich wissen, dass manches Verhalten nicht definiert oder unspezifiziert ist, wissen sie oft nicht, warum. In diesem Vortrag werden wir kleine Code-Beispiele in C++ betrachten und darauf aufbauend die grundsätzlichen Bausteine, Beschränkungen und dahinterliegende Philosophie dieser wundervollen, aber gefährlichen, Programmiersprache diskutieren.

Olve Maudal entwickelt für Cisco Produkte und Lösungen für Telepräsenz und Videokonferenzen. Er liebt das Coden, ist aber genauso interessiert daran, wie Software entwickelt wird, als daran, was sie eigentlich tut. Seine vorausgegangenen Erfahrungen beinhalten die Entwicklung eines Systems zum Auffinden von Öl (Schlumberger) und eines Systems zum elektronischen Transfer von Geld (BBS). Wohnhaft in Norwegen ist Olve Maudal zudem ein aktives Mitglied der pulsierenden Geek Community in Oslo, bei der er an JavaPils, Cantara, XP Treffen, der Oslo C++ User Group, Java Zone, Lean Treffen und einigen anderen Aktivitäten beteiligt war. Er bloggt unter http://olvemaudal.wordpress.com/ und twittert unter http://twitter.com/olvemaudal.

Designing Type-Safe Haskell APIs

Michael Snoyman, Yesod

Die vermutlich größte Stärke einer statisch typisierten Sprache ist, dass viele Klassen von Fehlern damit nicht einmal kompilieren. Aber auch mit einer streng typisierten Sprache wie Haskell kann man APIs entwerfen, die die Vorteile des Typsystems nicht richtig nutzen und dadurch den Compiler von einem mächtigen Werkzeug zur Robustheit in eine Last verwandeln. Basierend auf der Erfahrung mit der Erschaffung von Yesods typensicheren Interfaces für URLs, Datenpersistenz und Templating diskutiert Michael verschiedene Techniken, um mit Hilfe von Haskell-Features, beispielsweise assoziative Typen, Phantome und GADTs, solide und verlässliche APIs zu schaffen.

Michael Snoyman ist Hauptentwickler des Yesod Web Frameworks. Vor beinahe drei Jahren hat es sich Yesod zum Ziel gesetzt, die strenge Typisierung von Haskell in die Welt der Webapplikationen einzuführen, ohne dabei die vertrauten, schnellen Entwicklungsansätze einzubüßen. Michael ist Autor des O'Reilly Buchs "Developing Web Applications with Haskell and Yesod". Er lebt in Israel und arbeitet für die Firma Suite Solutions, wo er Lösungen auf Basis von Haskell und Yesod für einige ihrer größten Kunden umsetzt.

Ein Stall voller Trüffelschweine - PHP-Profiling-Tools im Überblick

René Bruns, Travian Games

Profiling macht Spaß - und bringt Resultate.

René Bruns ist Technical Director Games Development bei der Travian Games GmbH.

Werkzeuge

Big Data - Machen Sie mehr aus Ihren Daten

Bernhard Bock und Christoph Stock, TNG

Als "Big Data" werden in der Softwareentwicklung Datenmengen bezeichnet, die so stark wachsen oder so schnell ausgewertet werden müssen, daß der Umgang mit Ihnen neuartige Ansätze erfordert.

Anhand konkreter Beispiele aus der Telekommunikationsbranche zeigen wir, wie man mit aktuellen Technologien wie Apache Hadoop oder Amazon EC2 aus schon vorhandenen Daten neue Erkentnisse oder sogar Geschäftsmodelle generieren kann.

Dabei sollen die zu Tage gekommenen Schwierigkeiten und deren Lösung vertiefend beleuchtet werden.

Bernhard Bock ist Principal Consultant bei TNG. Er studierte Elektro- und Informationstechnik an der TU München.

Christoph Stock ist einer der Gründer und Manager von TNG. Er studierte Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Fortgeschrittene Suchmaschinen, open source und kommerziell

Franz Kögl und Martin Förtsch, Intrafind und TNG

In der allgegenwärtigen Informationsgesellschaft ist es wichtig, die rasant wachsenden, unstrukturierten Unternehmensdaten so aufzubereiten, dass Benutzer schnell mit den für sie wichtigen Informationen versorgt werden können.

Dafür gibt es geeignete Open Source-Software, die heterogene Unternehmensdaten bündeln kann, die über eine Vielzahl von IT-Systemen verteilt sind. Eine wichtige solche Softwareplattform ist Apache Solr, welches auf der Lucene-Suchmaschine aufbaut und die vereinfachte Entwicklung von Lucene-basierten Anwendungen ermöglicht.

In diesem Vortrag wird demonstriert, wie mit Hilfe von Solr schnelle Suchen realisiert werden können. Dazu wird Solr mit Apache Nutch integriert, wodurch man problemlos auf Normalhardware mehrere Millionen Dokumente aus dem Web indexieren und in geeigneter Weise dem Benutzer strukturiert darstellen kann. Diese Technologien werden heute von tausenden Unternehmen, wie z.B. AOL, IBM, LinkedIn und MySpace erfolgreich eingesetzt.

Martin Förtsch hat an der Hochschule Merseburg Informatik und angewandte Naturwissenschaften studiert. Bei TNG ist er als Senior Consultant tätig und beschäftigt sich neben der Softwareentwicklung auch mit Business Intelligence und Systemadministration.

CIO's Corner

Dr. Eckart Pech ist Managing Director Service Technology/Chief Information Officer bei Telefónica Germany. Vor dieser Ernennung diente er bei Telefónica als Vice President Planning & Transformation and Technology Development.
Vorher war Dr. Pech President und CEO bei Detecon, Inc. in U.S.A., einer Tochtergesellschaft der Deutsche Telekom AG. Er verantwortete den ganzen Bereich Nord- und Südamerika mit Büros in Reston, San Francisco und Mexico City. Während dieser Zeit war Dr. Pech auch ein Partner im Executive Committee von Detecon International.
Vor seiner Mitarbeit bei Detecon, war Dr. Pech ein Partner bei Diebold, einer Consultingfirma und Tochtergesellschaft der Daimler AG, wo er für die Bereiche Telekommunikation und Internet-Technologien zuständig war. Dr. Pech war ausserdem bei Hewlett Packard und als Business Consultant in China beschäftigt, wo er ausländische Firmen zu Direktinvestitionen in Asien beriet.
Dr. Pech studierte Wirtschaft und Chinesisch an der Universität Bayreuth und an der Shanghai International Studies University. Er promovierte an der Universität der Bundeswehr in München mit dem Fokus auf Produktentwicklungskonzept für e-Commerce. Dr. Pech ist ein Young Leader Alumnus des American Council on Germany und ist Mitglied des Foundation Advisory Boards der Gerald Asamoah Stiftung, einer Organisation für Kinder mit Herzkrankheiten.

Agile Methoden

David J. Anderson leitet eine führende Consulting-Firma mit dem Fokus auf Leistungssteigerung technischer Unternehmen. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Anleiten von Teams in agilen Softwareentwicklungsprojekten. David gilt als Mitbegründer der agilen Bewegung durch seine Beteiligung an der Gestaltung von Feature Driven Development. Er war zudem einer der Gründer der APLN, eine Non-Profit-Organisation, die der Verbesserung von Management und Führung in technischen Unternehmen gewidmet ist. In letzter Zeit hat David seinen Fokus eher auf Agilität in Unternehmen und im Betrieb skalierte agile Software-Transitionen gelegt, was durch die Synergie des CMMI-Modells mit agilen Methoden und Lean-Praktiken ermöglicht wird.

Viele Organisationen sind wie Kinder. Sie planen ein Projekt so als könne nichts schief gehen und wenn doch etwas schief geht, reagieren sie schockiert und bestürzt. Risikomanagement ist nicht nur die ständige Sorge um sein Projekt und es geht auch nicht um das Weglaufen vor Risiken. Beim Risikomanagement von Softwareprojekten geht es darum, wann Entscheidungen getroffen werden und wann etwas unternommen wird. Im optimalen Fall beginnt Risikomanagement bereits, bevor ein Projekt überhaupt geboren wurde. (Wie beginnen Projekte in Ihrem Unternehmen?) In diesem Vortrag zeigt Tim Lister die Vorteile sowie die Gefahren beim Praktizieren von Risikomanagement in Manier von Erwachsenen. Er stellt einen Prozess vor, der für die eigene Organisation zugeschnitten werden könnte und diskutieren, wie die eigene Organisation erwachsen werden kann.

Tim Lister ist Principal der Atlantic Systems Guild, Inc., am Firmensitz in New York. Seine Zeit unterteilt er in Beratung, Lehre und Schreiben. Im Moment ist er damit beschäftigt, Softwareentwicklungs-Prozesse mittels Techniken aus dem Software-Risikomanagement maßzuschneidern. Er war bereits dreimal als Sprecher bei der Agile Development Conference eingeladen. Tim war zudem Dozent für Software Risikomanagement an der Stanford University School of Business und hielt die Dean's Lecture am Rochester Institute of Technology. Er war Mitglied beim Airline Software Council, einer Gruppe von Fachberatern, die die U.S. Department of Defense zu Best Practices in der Softwareentwicklung und Akquise berät. Aktuell ist er auch ein Mitglied des Cutter Business Technology Councils.

Tim ist, gemeinsam mit den anderen 5 Principals der Guild, Co-Autor von "Adrenalin-Junkies und Formular-Zombies - Typisches Verhalten in Projekten" (Hanser, 2007). Zusammen mit Tom DeMarco ist er Co-Autor des Buchs "Bärentango: Mit Risikomanagement Projekte zum Erfolg führen" (Hanser, 2003), das 2003-2004 mit dem Jolt Award als bester allgemeiner IT-Text ausgezeichnet wurde. Tim und Tom sind zudem Co-Autoren von "Wien wartet auf Dich! Der Faktor Mensch im DV-Management" (Hanser, 1999), das in 10 Sprachen übersetzt wurde. Tim Lister und Tom DeMarco sind darüber hinaus Co-Editoren von "Software State-of-the-Art: Selected Papers", einer Sammlung von 31 der besten Artikel über Software, die in den 1980ern veröffentlicht wurden (Dorset House, 1990). Die beiden Partner haben auch ein Video produziert, das den Titel "Productive Teams" trägt und ebenfalls über Dorset House erhältlich ist.

Tim Lister verfügt über mehr als 35 Jahre Erfahrung in der professionellen Softwareentwicklung. Vor der Gründung der Atlantic Systems Guild arbeitete er von 1975 bis 1983 bei Yourdon Inc. Dort war er Executive Vice President und Fellow, mit Zuständigkeit für alle Trainer/Consultants, den technischen Inhalt aller Kurse und die Qualität aller Beratungen.

Tim Lister lebt in Manhattan. Er hat einen Bachelor of Arts von der Brown University und ist Mitglied bei I.E.E.E. und A.C.M.. Darüber hinaus unterstützt er die American Arbitration Association als Diskussionsteilnehmer und schlichtet Uneinigkeiten, die Software und Softwaredienste betreffen. Zudem war er als Gutachter bei Gerichtsverfahren zu Software Problemen dienlich.

Kaizen oder die Kunst der kontinuierlichen Verbesserung

Eike Reinel, TNG

Agile Methoden wie Scrum und Kanban gehören in der IT zunehmend zum Mainstream. Oft werden sie nur als neues "mechanisches" Prozessmodell gesehen. Das volle Potenzial zeigen agile Methoden jedoch erst, wenn man das Thema ganzheitlich betrachtet. Eine der Wurzeln von Scrum und Kanban liegt in der japanischen Philosophie "Kaizen", die in der westlichen Welt besser durch die Weiterentwicklung zum "Kontinuierlichen Verbesserungsprozess" (KVP) beziehungsweise "Continuous Improvement Process" in der 50er Jahren bekannt ist. Der Vortrag führt in die Grundlagen von Kaizen ein und beleuchtet die für die Softwareentwicklung wichtigen Aspekte. Neben einer Betrachtung der Voraussetzungen für eine funktionierende Kaizen-Kultur werden einige Beispiele aus der Praxis vorgestellt.

Eike Reinel ist einer der Gründungspartner von TNG. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich Coaching für Scrum, Kanban und Agile Software Entwicklung, im klassischen Projektmanagement und in der Software Entwicklung in Konzernen. Studiert hat er Technische Informatik an der Fachhochschule München.

Scrum in Großprojekten

Dr. Sebastian Stamminger, TNG

Scrum mit einem oder zwei Teams ist vielfach erprobt und das Scrum-Framework macht für diesen Fall sehr detaillierte Vorgaben. Für größere Projekte bietet es weniger konkrete Hilfestellung. Inzwischen gibt es aber auch Konzepte, die die Herausforderungen von Großprojekten adressieren, wie Scrum of Scrums, Feature Teams, Requirement Areas, virtuelle Teams, Dependencies und einige mehr. Welche dieser Konzepte gut und welche weniger gut funktionieren und wie sie in der Praxis umgesetzt werden können, wird in dem Vortrag anhand der Erfahrungen in einem Projekt mit 15 Teams dargestellt.

Sebastian Stamminger hat Mathematik an der LMU München studiert und im Anschluss an der Jacobs Universität Bremen promoviert. Er ist Principal Consultant bei TNG. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich Consulting, Analyse sowie Projektleitung für agile IT.

Automatisierung, Virtualisierung, Cloud

Virtualisierung und Automatisierung - Wie man sich sein Rechenzentrum programmiert

Dr. Mathias Münch und Jörg Meltzer, TNG

vSphere mit Perl-SDK erlaubt es, Virtuelle Maschinen vollständig mit programmierten Abläufen zu erstellen, Kickstart, dort code-gesteuert ein Gast-Betriebssystem zu installieren und CFEngine, dieses zu konfigurieren. Die gesamte Kette von der Erzeugung der Maschine bis zum fertigen Service ist erstmals vollständig per Software steuerbar geworden. Ein Rechenzentrum wird damit nicht mehr installiert, konfiguriert und administriert, sondern es wird programmiert. Die Prinzipien der Softwareentwicklung halten Einzug in der Administration. Test-driven development, Continuous Integration, Testing und Staging werden verfügbar in Bereichen, die bisher dem Kunsthandwerk vorbehalten waren. In einem laufenden Projekt bei einem großen deutschen Internetdienstleister werden all diese Prinzipen zurzeit erfolgreich umgesetzt. Der Vortrag beschreibt die verwendeten Tools, Design-Entscheidungen und den aktuellen Stand der Möglichkeiten und Unmöglichkeiten.

Mathias Münch hat an der TU München Physik studiert und im Anschluss dort promoviert. Er ist Senior Consultant bei TNG. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich Rechenzentren und Netzwerk-Design.

Jörg Meltzer hat an der Freien Universität Berlin Informatik studiert und nebenbei am Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnologie gearbeitet. Bei TNG ist er als Senior Consultant tätig und beschäftigt sich neben der Software-Entwicklung auch mit System Administration und Business Intelligence.

Schnittstellen in die Google Cloud: Datenbanken und skalierbare Anfragemodelle

Prof. Dr. Stefanie Scherzinger, Hochschule Regensburg

Jedes Internet-Startup stellt sich früh die Frage - wo lassen wir unsere Web-Anwendung laufen? Wichtiges Kriterium bei der Wahl des Anbieters ist die Skalierbarkeit: Hat die neue Anwendung den erhofften Erfolg, oder übertrifft sie gar alle Erwartungen, dann darf das Wachstum einer jungen Firma nicht durch Engpässe bei der Hardware beschränkt werden. Gleichzeitig kann das meist knappe Budget nicht von Anfang an für überdimensionierte Ressourcen verwendet werden. Cloud Anbieter bieten hier mit Diensten wie Platform-as-a-Service einen gut gangbaren Weg an: Der Cloud Anbieter stellt eine komplette Laufzeitumgebung für Web-Anwendungen bereit, und verantwortet die Verwaltung der Ressourcen bei Gewährung der Skalierbarkeit. Nur die tatsächlich verbrauchte Rechenzeit und der anfallende Speicherplatz werden in Rechnung gestellt. So wächst die Web-Anwendung mit ihrer Benutzerschaft und in Proportion damit die Kosten für ihre Bereitstellung. Das Entwickler-Team des Startups konzentriert sich dafür auf die Funktionalität der Anwendung, anstatt auf die Administration von Web Servern. In diesem Fachvortrag beschäftigen wir uns tiefer mit den Konzepten hinter dem Platform-as-a-Service Gedanken. Wir beleuchten die Architektur der Google App Engine, und entwickeln ein Verständnis dafür, welche notwendigen Implikationen diese Architektur auf den Software-Entwicklungsprozess hat. Daneben betrachten wir verschiedene Schnittstellen für die Datenhaltung in der Google Cloud unter dem Aspekt der skalierbarkeit von Anfragen.

Stefanie Scherzinger ist Professorin an der Hochschule Regensburg. Ihre Industrieerfahrung sammelte sie als Software-Entwicklerin bei Google und IBM in Deutschland. Zu ihren besonderen Interessensgebieten gehören Themen wie Datenbanken, XML Verarbeitung und neue Anfragesprachen. Ihre Promotion an der Universität des Saarlandes widmete sie daher der speichereffizienten Verarbeitung von XML Datenströmen.

Continuous Delivery

Continuous Delivery mit Komponenten

Hans Dockter, Gradleware

Fast alle Enterprise-Software-Projekte sind komponentenbasiert. Die Abhängigkeit der Komponenten möchte man gerne durch frühe Integration stetig testen. Gleichzeitig verhindert das oft ein kontinuierliches Bauen und Promoten der Gesamtapplikation. Hier gute Lösungen zu finden, die skalieren, ohne einfach auf eine späte, meist leidvolle Integration auszuweichen, ist ein wichtiger Faktor für den Projekterfolg. Wir betrachten typische Knackpunkte sowie neue Lösungsstrategien. Als Beispiel betrachten wir ein reales Projekt mit 500 Entwicklern und 50 Komponenten. Wir lernen ein Open-Source-Werkzeug kennen, mit dem sich die vorgestellten Lösungsstrategien in Eleganz und Mächtigkeit umsetzen lassen.

Hans Dockter ist der Gründer und Leiter von Gradle sowie der Geschäftsführer der Gradle GmbH, einem Unternehmen, das Training, Support und Beratung für Gradle und Enterprise-Projektautomatisierung im Allgemeinen anbietet. Hans Dockter hat 13 Jahre Erfahrung als Softwareentwickler, Projektleiter, Architekt, Trainer und Mentor. Er ist einer der führenden Köpfe im Gebiet der Projektautomatisierung und zeigt sich verantwortlich für eine Vielzahl von komplexen Enterprise Builds. Er ist auch ein Verfechter von Domain-driven Design und gab Vorträge und Trainings zusammen mit Eric Evans zu diesem Thema. In grauer Vorzeit war er auch Committer für das JBoss-Projekt und schuf die JBoss-IDE.

Continuous Delivery in der Praxis

Joachim Glink und Dr. Stefan Wolf, M-net und TNG

Eine grundlegende Schwierigkeit bei der Implementierung einer nachrichtenbasierten Schnittstelle zu einem Dritten ist, dass die Spezifikation oft nur eine grobe Beschreibung der Dynamik liefert. Deshalb kann es zu unerwarteten oder überraschenden Nachrichtenreihenfolgen und -inhalten kommen, auf die man schnell mit Änderungen der Anwendung reagieren muss. Eine solche nachrichtenbasierte Schnittstelle ist die Order Schnittstelle zu einem großen Telekommunikationsnetzbetreiber. Das Risiko der verschiedenen Interpretationen der Schnittstelle wird durch einen in vorgeschriebener Zeit und Qualität zu erfüllenden Konformitätstest noch verschärft. Um diese Risiken bei der Einführung dieser SOAP-Schnittstelle bei der M-net Telekommunikations GmbH zu minimieren, hat das Projektteam die M-net seitige IT Landschaft von manuellen Deployments auf eine automatisierte Delivery Pipeline umgestellt. Dabei hat das Team die bereits bestehende Continuous Integration Umgebung zu einem automatisierten Delivery Prozess erweitert. Für jeden Code-Commit wird nun ein vollständiger Build inklusive Unit- und Servicetest und automatischer Code Analyse durchgeführt. Anschließend erfolgt das automatisierte Deployment der auf 4 Server verteilten J2EE-Anwendung. Auf dieser deployten Umgebung laufen danach automatisierte Integrationstests, die die Anwendung gegen einen Simulator der Schnittstelle testen. Schließlich kann man die gebauten Artefakte mit einem Klick auf Produktion deployen. Als Technologiebasis diente Jenkins, Ant/Ivy und Artifactory. In diesem Vortrag soll dargestellt werden, welche Probleme das Team auf dem Weg zu Continuous Delivery hatte, und wie es diese gelöst hat.

Joachim Glink ist seit 8 Jahren Softwareentwickler bei der M-net Telekommunikations GmbH. Seither designed, entwickelt und betreut er eine der zentralen JEE Applikationen zur (technischen) Auftragsverwaltung sowie -provisionierung.

Stefan Wolf hat an der TU München Mathematik studiert und an der Universität Paderborn promoviert. Er ist Senior Consultant bei TNG. Sein Fokus liegt auf Build- und Deployment-Automatisierung sowie Design und Entwicklung mit Java EE.

Future Web Technologies

Node.js - Eine praxisorientierte Einführung

Felix Geisendörfer, Debuggable

Dieser Vortrag beinhaltet eine praxisorientierte Einführung in node.js sowie einen Überblick über Anwendungen, die mit node einfacher zu erstellen sind als unter Verwendung anderer Werkzeuge.

Felix Geisendörfer ist node.js Kernentwickler und hat dessen Stärken und Schwächen während des Aufbaus von transloadit.com aus erster Hand erfahren. Wenn er nicht gerade auf Events unterwegs ist, fährt er am liebsten Einrad und beobachtet Eichhörnchen.

Real-time web

Arnout Kazemier, observe.it

Das Web verändert sich und damit auch unser Bedürfnis nach Daten – wir wollen mehr und vor allem wollen wir sie in Echtzeit. In seinem Vortrag diskutiert Arnout Kazemier die Erfahrungen, die er während der Entwicklung von Echtzeitanwendungen gemacht hat.

Arnout Kazemier ist der Gründer von Observe.it, einer Firma, die er nach dem Gewinn des Node Knock Out 2011 ins Leben gerufen hat und die es ermöglicht, die Browsinggewohnheiten seiner Besucher zu verfolgen und zu beobachten. Er ist außerdem einer der Kernentwickler von Socket.IO, einer der größten Echtzeit-Bibliotheken für Node.js, und liebt es, skalierbare Echtzeitsysteme mit Hochleistung zu bauen.

Hardware Hacking

Der permanent steigende Energiehunger der modernen Gesellschaft macht die Exploration neuer Energiequellen notwendig. Kernfusion ist dabei eine wichtige Zukunftsoption, diese Aufgabe zu meistern. Ähnlich wie in der Sonne soll die Verschmelzung von Wasserstoffisotopen zu Helium für die Energieproduktion ausgenutzt werden. Könnte man diese neue Primärenergiequelle erschließen, wäre damit eine umweltfreundliche und sichere Energiequelle für eine Millionen Jahre oder mehr geschaffen.
Solche Kernfusionsreaktionen können in sehr heißen Plasmen mit Temperaturen um 100 Millionen Grad und Plasmadrücken von einigen Bar erzeugt werden. Im Gegensatz zur Sonne wird das Plasma durch Magnetfelder eingeschlossen um es von kalten Gefäßwänden zu isolieren. Wendelstein 7-X befindet sich derzeit in Greifswald im Aufbau und soll 2014 in Betrieb gehen. Dieses neuartige Konzept verspricht einen ökonomischen Betrieb eines späteren Fusionskraftwerks. Der Einschluss des Plasmas in Wendelstein 7-X wird über die Dauer einer halben Stunde durch supraleitende Magnetspulen möglich und damit unterscheidet sich das Experiment signifikant von seinen Vorgängern.
Auch für Datenerfassung und Steuerung ergeben sich neue Herausforderungen. Es werden derzeit Streaming Datenraten der Plasmadiagnostiken von ca. 30 GByte/s erwartet, die permanent archiviert und teilweise für Steuerungszwecke in Echtzeit analysiert werden müssen. Die typische Verdopplung der Datenraten innerhalb von ein bis zwei Jahren erfordert dabei horizontal skalierbare Datacenter-Strukturen. Gegenstand der Forschung wird ebenfalls die Entwicklung intelligenter und adaptiver Plasmasteuerung sein, die das Plasma gegen Änderungen von Randbedingungen wie z.B. magneto-hydrodynamischer Eigenschaften stabilisieren sollen. Die Datenanalyse und Modellierung auf Basis der Bayesschen Wahrscheinlichkeitstheorie wird für die Automatisierung komplexer Datenanalysen und für die Entwicklung von Sicherheitssignalen aus unsicheren Sensor-Informationen eingesetzt werden.

Andreas Werner hat an der Universität Gießen auf dem Gebiet der Atomstoß-Physik promoviert. Nach 4 Jahren Forschung am Stellarator-Experiment Wendelstein 7-AS in Garching widmete er sich seit 2002 dem Aufbau des Nachfolgers Wendelstein 7-X in Greifswald und entwickelte dort Diagnostiken für Magnetfeldmessungen und Verluste energetischer Ionen. Seit 2007 leitet er die Abteilung Control, Data Acquisition and Communication, die ein verteiltes Steuerungssystem, Datenerfassungen und zentrale IT-Dienste entwickelt bzw. bereitstellt. Derzeitige Interessen fokussieren sich auf Plasma-Szenarien, SOA, virtuelles HPC, Bayessche Inferenzen und guter Elektronik.

Lösungen für die Baustelle der Zukunft - der autonome Bagger THOR (Terraforming Heavy Outdoor Robot)

Daniel Schmidt, Universität Kaiserslautern

Einige Einblicke in das THOR-Projekt werden präsentiert, wobei es um die Modellierung und teilautonome Steuerung eines Mobilbaggers der Firma Volvo Construction Equipment geht.

Daniel Schmidt wurde 1983 geboren und absolvierte 2002 sein Abitur am Konrad-Adenauer Gymnasium in Westerburg. Nach dem Zivildienst studierte er von Ende 2003 bis Anfang 2009 Angewandte Informatik Diplom (Eingebettete Systeme) an der Technischen Universität Kaiserslautern. Seine Diplomarbeit mit dem Thema "Soil Simulation and Behaviour-Based Control for Landscaping Tasks of an Autonomous Bucket Excavator" verfasste er in der AG Robotersysteme.

Dort beschäftigt er sich seit Juni 2009 als Promotionsstudent des Fachbereichs Informatik im Rahmen des autonomen Baggerprojektes THOR (Terraforming Heavy Outdoor Robot) mit der Simulation von Material als Partikel auf GPUs, verhaltensbasierter Steuerungsarchitektur und Planungsalgorithmen im Bereich von (automatisierten) Großbaustellen.

Volocopter - Vom Spielzeug zum bemannten Luftfahrzeug

Thomas Senkel, e-volo

Am 21. Oktober 2011 gelang Thomas Senkel vom Team e-volo (www.e-volo.de) mit dem Volocopter VC1 nach über einem Jahr Entwicklungsarbeit der weltweit erste bemannte Flug mit einem rein elektrisch betriebenen und senkrecht startenden Fluggerät. Die Erfindung des Volocopters und der Erstflug mit dem VC1 wurden in unzähligen TV- und Presseberichten weltweit als Luftfahrt-Pionierleistung gefeiert.

Im Unterschied zu jedem anderem Fluggerät ist die Handhabung des Volocopters kinderleicht. Die automatische Lageregelung und die Richtungssteuerung (Fly-by-wire per Joystick) erfolgt mit mehreren unabhängigen und sich gegenseitig überwachenden Bordcomputern, die jeden Elektromotor separat in seiner Drehzahl regeln. Neben der bestechend einfachen Bauweise ohne aufwändige Mechanik (keine Blattverstellung), ist die Redundanz der Antriebe ein weiterer wesentlicher Vorteil. So kann selbst beim Ausfall von mehreren Motoren der Volocopter noch sicher gelandet werden.

Im Vortrag wird zunächst eine kurzer historischer Abriss über die Entwicklung der ersten Hubschrauber gegeben. Die Entstehungsgeschichte des Volocopter VC1 wird bildreich dargestellt. Ein Einblick in die zugrunde liegende Physik soll zeigen, warum der VC1 genau so ausgelegt und dimensioniert wurde. Schließlich gibt es einen Ausblick in die geplante Weiterentwicklung der Volocopter.

Thomas Senkel studierte Physik in Berlin und Oldenburg mit Schwerpunkt regenerative Energien. Er betreibt seit 1996 sein Forschungsbüro Senkel (www.forschungsbuero.de) und ist als freier Mitarbeiter in verschiedenen Projekten zu Elektroantrieben bei ultraleichten Fahrzeugen und Fluggeräten tätig. Thomas Senkel ist seit langem passionierter Gleitschirmpilot und Inhaber einer UL-Lizenz.

Kunst am Abend

3D Animation: a creative process

Cristóbal Vila, Etérea

In diesem Vortrag werden die kreativen Prozesse dargestellt, um die folgenden 3D Animationen zu erschaffen: “Inspirations”, “Nature by Numbers”, “Isfahan” und “Snakes”, Arbeiten, in denen wir die Verbindung zwischen Kunst, Mathematik, Architektur, Geometrie, Natur und natürlich M. C. Escher wiederfinden. Diese kreativen Prozesse sind nicht in allen Fällen genau dieselben, aber wir können einige gemeinsame Richtlinien ermittel

  • Das Suchen nach Ideen und Inspiration.
  • Das Durchforsten visueller Referenzen und Dokumentationen.
  • Die Entwicklung von Drehbuch und Layout.
  • Forschung und Entwicklung (ein sehr wichtiger Punkt). Wer 3D Animationen macht, wird mit Sicherheit auf technische und komplexe Probleme stoßen. Und es ist eine gute Idee, diese im Vorfeld zu erahnen und nach Lösungen zu suchen, bevor es zum produktiven Stillstand kommt.
  • Wir werden einen schnellen Ausflug durch den Produktionsprozess selbst machen: Modellierung, Texturierung, Beleuchtung, Animation, Rendering und Nachbearbeitung.

Der Vortrag wird komplett auf Bilder und Video Screenshots basiert sein und startet mit der Projektion der Kurzfilme.

Cristóbal Vila schloss 1990 das Studium der bildenden Künste an der Universität Sant Jordi (Barcelona, Spanien) mit Schwerpunkt in Grafik und Industriellem Design ab. Seitdem war er beruflich bei vielen verschiedenen Studios für graphisches Design und Werbeagenturen sowohl in Barcelona, als auch in Saragossa (wo er momentan lebt) als Grafikdesigner, Illustrator und Art-Director tätig. Derzeit unterhält er sein eigenes Studio, wobei er eine Spezialisierung als 3D Illustrator und Trickfilmzeichner entwickelt, und er nimmt gelegentlich an gestaltenden Tätigkeiten teil. Für mehr Informationen: www.etereaestudios.com