Überblick über die Sprecher und ihre Vorträge für den Big Techday 6 am Freitag, den 14.6.2013

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Future Tech

Die Möglichkeit, einen Computer basierend auf den Konzepten der Quantenmechanik zu bauen, hat kürzlich beträchtliches Interesse verursacht, weil die Quanten-Bits (Qubits), die einen solchen Computer bilden würden, beweglicher sind als ihre klassischen Alternativen. In diesem Vortrag werden die grundlegenden Ideen hinter Quantencomputern dargestellt und diskutiert, wie diese von regulären Computern abweichen. Es werden zudem einige Applikationen beschrieben, die sich für deren Fähigkeiten ideal eignen und es werden sowohl mehrere Möglichkeiten, wie Qubits implementier werden können, als auch der Fortschritt im Bau eines Quantencomputers genauer betrachtet.

Ben Feldman ist Doktorand in Physik an der Harvard University. Derzeit untersucht er die elektronischen Eigenschaften von Graphen im Labor von Professor Amir Yacoby. Im Herbst wird er als Dickie Postdoctoral Fellow an der Princeton University anfangen.

Maschinelles Lernen

Dieser Vortrag erklärt, wie Techniken des Machine Learning und Technologien, die von Yandex eingesetzt werden, um routinemäßig auf Suchanfragen von Nutzern zu antworten, dabei helfen, fundamentale Probleme der modernen Physik zu lösen. Als Beispiel werfen wir einen Blick darauf, wie die Machine Learning Techniken von Yandex bei Zerfallsanalysen von Ereignissen am CERN LHC angewendet werden. Der Vortrag wird auch Aufschluss geben, was die Ergebnisse dieser Analysen für die heutige Physik bedeuten und beschreibt die Qualitätskriterien bei der Auswahl des besten machine-learning Algorithmus für eine spezifische Analyseaufgabe. Spezifische Techniken und Technologien, die CERN von Yandex bereitgestellt werden, werden im Rahmen des Vortrags auch abgedeckt.

Andrey Ustyuzhanin (36) ist Leiter des CERN Partnerschaftsprogramms bei Yandex. Er ist an der Entwicklung von Diensten zur Indexierung und Filterung von Events beteiligt, die Yandex seit 2011 für das LHCb Experiment zur Verfügung stellt. Davor war er für die Forschung und Entwicklung der Anzeigenplattform von Yandex verantwortlich. Seit 2002 unterrichtet Andrey Informatik am Institut für Physik und Technologie in Moskau (MIPT). Er war Fakultätsbetreuer für das MIPT Team, das Russland beim Microsoft Imagine Cup vertreten und im Jahr 2005 den Preis gewonnen hat. Seit 2010 ist Andrey ein Jurymitglied beim weltweiten Finale des Imagine Cups. Andrey hat Informatik am Institut für Physik und Technologie in Moskau studiert und in Angewandter Mathematik promoviert.

Robotik und KI

Forscher aus Robotik und Künstlicher Intelligenz sind sich zunehmend einig, dass man von Ideen aus Biologie und Selbstorganisation beim Entwurf von autonomen Robotern stark profitieren kann. Die Evolution hat die biologischen Organismen mit der Fähigkeit ausgestattet, sich in einer Welt zurechtzufinden und zu überleben, die durch schnelle Veränderungen, hohe Unsicherheit und Komplexität, sowie beschränkte Verfügbarkeit von Informationen gekennzeichnet ist. „Soft Robotics“ bezeichnet eine neue Generation von Robotern, die in der Lage sind, in der realen Welt zu funktionieren, indem sie sich auf verschiedenen Ebenen auf sog. „soft designs“ abstützen: Oberfläche (Haut), Bewegung (Muskeln und Sehnen), und Interaktion mit andern Akteuren – Robotern und Menschen (reibungslose, angenehme, sichere Interaktion). Industrieroboter arbeiten im Gegensatz dazu in genau kontrollierten Umgebungen, die durch sehr geringe Unsicherheit charakterisiert sind. Indem gewisse Funktionen an die morphologischen (die Form betreffend) und materiellen Eigenschaften delegiert werden – z.B. an die Elastizität des Muskel-Sehnensystems – bricht die klare Trennung zwischen Steuerung und Gesteuertem, welche im Zentrum der klassischen Steuer- und Regelungstheorie steht, zusammen und neue Konzepte sind notwendig. In diesem Vortrag werde ich argumentieren, dass die nächste Generation intelligenter Maschinen „soft“ sein wird, und ich werde die weitreichenden theoretischen und praktischen Implikationen, die man schwerlich überschätzen kann, entsprechend ausloten und mit vielen Beispielen illustrieren. Insbesondere werde ich einen neuen sehnengesteuerten, „soft“ Roboter – Roboy – einführen, den wir in unserem Labor in den letzten Monaten entwickelt haben. Obwohl noch viele Herausforderungen zu meistern sind, werden die Ingenieure mit Hilfe von Konzepten aus der biologisch inspirierten „Soft Robotics“ in der Lage sein, Maschinen für die reale Welt zu entwickeln, die zumindest einen Teil der wünschbaren Eigenschaften biologischer Organismen, wie Adaptivität, Robustheit und Flexibilität, haben.

Prof. Dr. Rolf Pfeifer: Diplom in Physik und Mathematik und Doktorat in Computerwissenschaften (Dr. sc. techn.) von der ETH Zürich. Drei Jahre als Post-doctoral Fellow an der Carnegie-Mellon und an der Yale University in den USA. Seit 1987: Professor für Informatik an der University of Zurich, und Direktor des Artificial Intelligence Laboratory. Gastprofessor/Gastwissenschaftler an der Freien Universität Brüssel (Belgien), dem MIT Artificial Intelligence Laboratory in Cambridge, Mass. (USA), dem Neurosciences Institute (NSI) in San Diego, dem Beijing Open Laboratory for Cognitive Science, und dem Sony Computer Science Laboratory in Paris. 2004 zum "21st Century COE Professor, Information Science and Technology" an der University of Tokyo ernannt. 2009: Gastprofessor an der Scuola Superiore Sant'Anna in Pisa, und an der Shanghai Jiao Tong University in China; seit 2009 "Fellow of the School of Engineering" an der University of Tokyo. Aktuell: Deputy Director des NCCR Robotics, des Nationalen Kompetenzzentrums für Robotikforschung” in der Schweiz. Forschung-sinteressen: “embodied intelligence”, Biorobotik, “morphological computation”, modulare Roboter, “self-assembly” und Technologie für den Unterricht. Bücher: "Understanding Intelligence", MIT Press, 1999 (mit C. Scheier), "How the body shapes the way we think: a new view of intelligence," 2007 (mit Josh Bongard) MIT Press (populärwissenschaftlich), "Designing intelligence - why brains aren't enough" (Kurzversion - mit Josh Bongard und Don Berry, e-book), und "La révolution de l'intelligence du corps", 2012 ("The revolution of embodied intelligence"; mit Alexandre Pitti) (französisch). Vorlesungsreihe: “The ShanghAI Lectures”, eine globale voll interaktive Vorlesung über “embodied intelligence”, ausgestrahlt in 2012 von der Universität Zürich und der Shanghai Jiao Tong University, China in Zusammenarbeit mit Unversitäten aus der ganzen Welt. Ausstellung: ROBOTS ON TOUR - World Congress and Exhibition of Robots, Humanoids, Cyborgs, and more. 8/9 March 2013, Zurich (Puls 5): robotsontour.com
Aktuelles Projekt: Roboy, ein sehnengesteuerter kleiner humanoider Roboter: roboy.org

Real Hacking

In seinem Drehbuch zu "Die Unbestechlichen" prägte der Autor William Goldman das berühmte Sprichwort "follow the money", das den beiden Journalisten Woodward und Bernstein den entscheidenden Hinweis für ihre Untersuchung liefert. In den letzten Jahren hat das Wachstum des Internets einen finanziell motivierten Markt im Untergrund ermöglicht, der einen vielleicht weniger politisch motivierten, aber nicht weniger aufregenden Fall darstellt, in dem diese klassische Strategie sich jedoch nur von begrenztem Nutzen erweist. In diesem Vortrag werde ich erläutern, wie die Verfolgung der Geldspur in dieser schnelllebigen Umgebung unser Team dazu gebracht hat, Techniken zur Infiltrierung riesiger Netzwerke von gefährdeter Computer zu entwickeln, empirische Beweise für die Größe, Diversifikation und Engpässe in diesem Mark bereitzustellen und letztendlich faktische Beweise aus der Sicht eines Insiders auf den Betrieb der angebundenen Programme, die einen großen Teil dieser Schattenwirtschaft antreiben, zu liefern.

Christian Kreibich ist ein Senior Research Scientist am Internationalen Institut für Informatik in Berkeley, Californien. Seine Forschungsinteressen beinhalten Netzwerksicherheit, verteilte Systeme und Internet Messungen. Er hat einen PhD in Informatik von der University of Cambridge, UK und ein Informatik-Diplom von der Technischen Universität München, Deutschland. Darüber hinaus ist Christian Leiter der Forschungsabteilung bei Lastline, Inc., einem führenden Anbieter von fortgeschrittenen Lösungen für Virenschutz.

Große Systeme

Bringing sanity to government IT: the Government Digital Service story

Jake Benilov, Quick People Ltd

Die Regierung des Vereinigten Königreichs (UK) blickt bei der Auslieferung von IT nicht gerade auf eine gute Geschichte zurück, mit vielen Projekten, die zu spät oder zu teuer fertiggestellt oder sogar nach ausgegebenen Milliardenbeträgen und Jahren an Entwicklung ganz eingestellt wurden. Sogar nach der Auslieferung sind viele der Services schwer zu benutzen, teuer im Unterhalt oder schlichtweg unzuverlässig.
In diesem Vortrag wird erläutert, wie der Government Digital Service (GDS), ein neues „Startup“-Team innerhalb des Kabinetts, die Veröffentlichungen und Transaktionen der zentralen Regierung durch die Lieferung von benutzerzentrierte Services, die auf Open Source Techniken und agile Entwicklungsmethoden zurückgreifen, überholt hat.

Jake Benilov, Alumnus bei TNG und ThoughtWorks, ist unabhängiger Berater und lebt in Cambridge, UK. Er war bereits als Trainer, Entwickler, Tester, Business Analyst, Projektmanager und Coach tätig. Sein aktueller Fokus liegt im Bereich agiles Testing und Webentwicklung und er ist Maintainer von DbFit, einem Open Source Test-Framework für Datenbanken. Er kann per E-Mail über jake(at)quickpeople.co.uk oder bei Twitter über @benilov kontaktiert werden.

CTO-Ecke

20 Millionen Artikel aus 1000 Katalogen - wie managed man so etwas?

Dr. Martin Wagner & Felix Kissel - CTO & Senior Developer, Mercateo AG

Mercateo ist Europas führende Beschaffungsplattform, auf der hunderte Lieferanten und tausende Hersteller mit über einer Million Geschäftskunden interagieren. Kern der Mercateo Website ist der offene Marktplatz, auf dem derzeit mehr als 9 Millionen Artikel von mehr als 1.000 Lieferanten angeboten werden. Hinzu kommen nochmal so viele Artikel in geschlossenen Exklusivbereichen, in denen unsere Kunden ihre Rahmenverträge bei Mercateo hosten und in Wettbewerb zum offenen Marktplatz setzen können. Wir zeigen, wie Mercateo in den letzten 13 Jahren die dabei entstehenden Probleme mit einem vollständig in house entwickelten Java-basierten Systemstack gelöst ha

  • Wie findet man Dubletten in den Artikeln, um den Wettbewerb zwischen Lieferanten herzustellen?
  • Wie durchsucht man einen derart großen Datenbestand effizient?
  • Wie kategorisiert man die Artikel auf der Basis von Textbeschreibungen wechselnder Qualität?
  • Wie geht man mit mehrsprachigem Content effizient um?
  • Wie stellt man die nötige Performanz und Verfügbarkeit sicher?

Felix Kissel ist seit 2004 als Software Engineer bei Mercateo und hat die Entwicklung des Mercateo Stacks in allen Bereichen vorangebracht. Derzeit kümmert er sich vor allem um die Weiterentwicklung des Benutzermodells im Mercateo System. Er hat an der Universität Jena Informatik studiert.

Dr. Martin Wagner ist seit 2011 als CTO bei Mercateo und versucht immer noch, die Details des Mercateo Stacks zu verstehen. Schwerpunkt seiner Arbeit ist, sowohl die Softwarelandschaft als auch die organisatorischen Strukturen in der IT auf künftige Anforderungen vorzubereiten. Zuvor hat er bei TNG in diversen Projekten viel über IT gelernt. Er hat an der TU München Informatik studiert und im Bereich Augmented Reality promoviert.

eCommerce & Business Intelligence: Ein Dreamteam

Lars Jankowfsky - CTO, Yatego GmbH

Lean Management @ AutoScout24: Warum Scrum nicht ausreicht, kontinuierliche Innovationen und durchgreifenden Geschäftserfolg zu schaffen!

Johannes Bernhardt - Vice President Business and Product Development, AutoScout24

AutoScout24 bietet ein kreatives und innovatives Umfeld, in dem Eigenverantwortung und den Status quo in Frage stellen im Vordergrund stehen. Uns treibt die Begeisterung, durch kleine und schnelle Experimente zu lernen, was Wert für unsere Kunden und uns erzeugt. Dabei arbeiten und leben wir nach unseren agilen Prinzipien, um kontinuierliche Innovationen und nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen:

  • think big and learn to break things (disruption)
  • validate your ideas in customer value driven iterations and experiments
  • start small and learn fast
  • optimize for speed not efficiency
  • through self-organizing teams
  • with radical transparency
  • continuous self-improvement and interactive communication

Anhand unseres Frameworks und Beispielen aus dem Alltag lernen Sie unser MindSet und Vorgehen kennen.

Johannes Bernhardt ist Vice President Business Development and Product Development bei AutoScout24. In dieser Position verantwortet er das Innovationmanagement, die Entwicklung neuer Geschäftsbereiche und das Produktportfolio aller Marktplätze & Services. Bei AutoScout24 hat er in den letzten Jahren erfolgreich agile Prinzipien und Lean Management implementiert und weiterentwickelt, um damit kontinuierliche Innovation und Wachstum zu ermöglichen. In den Jahren davor trieb er die Internationalisierung von AutoScout24 voran und er verantwortete als COO von Trucksout24 den Nutzfahrzeugmarkt von AuotScout24. Seine Internetlaufbahn begann bereits im Jahr 2000 als Senior Consultant bei der Unternehmensberatung BearingPoint Inc. mit diversen Vertriebs- und eCommerce -Projekten für Automobilhersteller und Handelsunternehmen.

Internet-Recht

Cookies, I like und Datenschutz - was ist noch erlaubt?

Dr. Peter Katko - Head of IP/IT Law, Ernst & Young Law GmbH

Web-Cookies und Social Plug-Ins (Facebook I like etc.) sind vermehrt in den Fokus der Datenschützer gerückt. Nicht zuletzt die europäischen Regelungen in der sogenannten Cookie-Richtlinie (Art. 5 Abs. 3 der Richtlinie 2009/136/EG) haben neue Anforderungen gestellt. Die Umsetzung in den einzelnen europäischen Staaten geht soweit, dass Browser-Voreinstellungen für ein opt-in jedenfalls nicht mehr ausreichen sollen. Andere Staaten wie Deutschland haben das EU-Recht noch gar nicht umgesetzt, so dass gerade für international tätige Unternehmen große Unsicherheit herrscht. Dr. Peter Katko wird grobe Leitlinien für den Umgang mit Cookies und Social Plug-Ins geben und dabei insbesondere die Unterschiede erläutern, welche Cookies überhaupt einer Einwilligung bedürfen und wie diese nebst den dazugehörigen Informationspflichten implementiert werden kann.

Dr. jur. Peter Katko, Licencié en droit, arbeitet als Rechtsanwalt bei Ernst & Young und ist zudem Datenschutz-Sachverständiger beim Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) für Deutschland und die EU (EuroPrise). Seine Beratungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Information Technology, Datenschutz und Intellectual Property. Seine Promotion fertigte Dr. Katko am Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum an.

Agiles Management

Quo vadis? Management und Führung in agilen Organisationen

Eike Reinel - Partner, TNG

Der Fokus bei der Einführung Agiler Methoden wie Scrum liegt häufig auf der reinen Prozessebene. In der Anfangsphase erzielt man damit meistens auch schnell sichtbare Fortschritte, doch oft führt das Zusammentreffen von traditionellen Management-Denkweisen und agilem Mindset rasch zu Problemen. Der Vortrag geht mit einigen Beispielen aus der Praxis auf oft zu beobachtende Muster ein und gibt Denkanstöße zu verschiedenen Methoden zur Führung agiler Teams und zu agilen Organisationsstrukturen.

Eike Reinel ist einer der Gründungspartner von TNG. Neben den Tätigkeiten im eigenen Unternehmen berät er seit mehreren Jahren Kunden als Coach für Scrum, Kanban und Agile Methoden. Er hat Technische Informatik an der Fachhochschule München studiert.

Big Data

Die am Hasso-Plattner-Institut erforschte In-Memory Datenverarbeitung und die Nutzung der darauf fußenden In-Memory Datenbank SAP-HANA macht die Verarbeitung riesiger Datenmengen - der berühmten Big Data - in nahezu Realzeit möglich. Der Vortrag geht kurz auf die Geschichte der In-Memory-Technologie ein als eine gelungene Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, und beschreibt dann, wie die In-Memory Technologie genutzt werden kann, um die Idee der personalisierten Medizin Wirklichkeit werden zu lassen. Am Beispiel der Analyse von Genomdaten wird vorgestellt, wie mit Hilfe der In-Memory Datenverarbeitung aus den Sequenzierungsdaten in Realzeit das ursprüngliche Genom rekonstruiert (Alignment), spezifische Variantenausprägungen identifiziert und mögliche Mutationsloci aufgefunden und analysiert werden können.

Univ.-Prof. Dr. Christoph Meinel ist Institutsdirektor und Geschäftsführer des Hasso-Plattner-Instituts für IT-Systems Engineering (HPI) und ordentlicher Professor für Informatik an der Universität Potsdam. Seine besonderen Forschungsinteressen liegen im Bereich Internet-Technologien und Informationssicherheit, Web 3.0 – Semantic, Social, Service Web, sowie auf dem Gebiet des Designs innovativer Internetanwen¬dungen, vor allem in den Bereichen e-Learning und Telemedizin. Daneben ist er wissenschaftlich aktiv auf dem Gebiet der Innovationsforschung rund um die Innovationsmethode Design Thinking. Christoph Meinel studierte von 1974 bis 1979 Mathematik und Informatik an der Humboldt-Universität zu Berlin und promovierte dort 1981 zum Dr.rer.nat.

Reality Check

“In God we trust. Everyone else, bring data”, sagte Michael Bloomberg, Bürgermeister von New York City, als es darum ging, die Strategien und Prozesse in der Verwaltung seiner Stadt zu ändern. Und er hat recht: Warum sollten die New Yorker Bürger Änderungen und Bürokratie akzeptieren, solange es keinen guten Grund dafür gibt? In der Softwareentwicklung neigen wir dazu, neue Werkzeuge, Techniken und Prozesse zu akzeptieren, ohne nach einem Beweis dafür zu fragen. Wo sind zum Beispiel bei der Fürsprache für agile Methoden die Daten, die den Nutzen belegen? Bei Argumentationen über modellgetriebene Entwicklung, welche Beweise gibt es da? Allzu oft geben wir uns mit einem Bauchgefühl zufrieden, mit ein paar Erfolgsgeschichten, den Worten eines schnell redenden Consultants oder einem enthusiastischen Artikel in irgendeinem Hochglanzmagazin oder Blog. Wir sehnen uns so sehr nach besseren Lösungen für die heutigen Probleme, dass wir leicht auf jeden hereinfallen, der eine magische Lösung verspricht – das berühmte „Silver-Bullet“ Syndrom. Über die letzten Jahrzehnte haben wir einen stetigen Zuwachs bei der Benutzung empirischer Methoden in der Forschung zu Softwareentwicklung gesehen, die das erfolgreiche Forschungsparadigma der Naturwissenschaften nachahmte. Dadurch konnten wir deutlich profitieren, indem sich die Objektivität der Diskussionen darüber, wie man Software entwickelt, erhöhte. Meinungen können in Hypothesen umgewandelt werden, die gründlich getestet werden sollten, um widerlegt oder bestätigt zu werden. Über die Zeit hinweg werden Meinungen so zu Fakten – oder sie verschwinden wieder. Jeder Fortschritt, den wir auf diese Weise machen, ist echter Fortschritt, der auch bestehen bleibt, nicht nur eine vorübergehende Modeerscheinung. Der Nachteil dabei ist natürlich, dass ein Großteil der empirischen Wissenschaft chaotisch, eintönig und langsam ist – es gibt nicht viel Zauber und Rock’n’Roll.

Harald Störrle hat Informatik und Psychologie in Tübingen, Hamburg, und Edinburgh studiert (Dipl.-Inform., U. Hamburg, 1997). Nachdem er 2000 in Informatik an der Universität München promoviert hat, ging er in die Industrie und hat dort bis 2009 als Software Architekt und Methodenberater gearbeitet. Parallel war er zunächst Lehrbeauftragter an der Uni München, seit 2006 Professor an der Universität Innsbruck, und 2009 an der Universität München. Seit 2009 ist er Associate Professor for Software Engineering an der Technischen Universität von Dänemark (DTU) in Lyngby bei Kopenhagen. Er ist Vorstandsmitglied im German Chapter of the ACM und kandidiert aktuell für das ACM Europe Council.

Enterprise-Technologie

Rapid Performance Testing: No Load Generation Required

Scott Barber - Performance specialist

Lasttests sind schwierig. Es ist sogar noch schwieriger, diese richtig zu machen. Tatsächlich ist es fast unmöglich, wenn man die Bedingungen berücksichtigt, die in Softwareprojekten normalerweise vorliegen: eine unangepasste Testumgebung, kurze Ablaufpläne, ungenügende Finanzierung und die Häufigkeit, mit der schwere Performance-Probleme, die während den Vorbereitungen für Lasttests gefunden werden, die begrenzte Zeit, die für Lasttests reserviert wurde, aufbrauchen. Dieser Vortrag konzentriert sich jedoch nicht auf Lasttest. Er konzentriert sich auf Performance-Tests, die schnell und einfach sind, keine große Investition in Werkzeuge erfordern, sich nahtlos in den Entwicklungszyklus einfügen, keine besonderen Fähigkeiten erfordern und Performance-Probleme minimieren, die sonst die Zeit für Lasttests verbrauchen würden. Im Rahmen des Vortrags erklärt Scott Barber, wie e

  • Schnelle Strategien für Performance-Tests entwickelt, die generell „formale“ Testpläne ersetzen können – in Minuten
  • Frei verfügbare Werkzeuge und Dienstprogramme verwendet, um wertvoll frühe Performance-Tests durchzuführen – in Minuten
  • Kompetitive Performance-Analysen und/oder Feldstudien durchführt – in Minuten
  • Die Akzeptanzkriterien von Endnutzern angemessen quantifiziert – in Stunden

Egal ob Sie Performance-Tester oder ein an Performance interessiertes Teammitglied sind, werden Sie die Informationen, die im Rahmen des Vortrags vermittelt werden, zugänglich, anwendbar und wertvoll finden.

Scott Barber, Chief Technologist bei PerfTestPlus, ist bekannt als Experte im Liefern von performanten Systemen und Vordenken im Testen von Software, der sich auch als "einer der energetischsten und unterhaltsamsten" Sprecher in der Wirtschaft und als produktiver Autor (einschließlich seines Blogs, mehr als 100 Artikel und den Büchern "Performance Testing Guidance for Web Applications", "Beautiful Testing", "How to Reduce the Cost of Testing" und "Web Load Testing for Dummies") einen Namen gemacht hat. Scott hat WOPR mitgegründet, als Direktor für AST und CMG fungiert, ist Mitglied bei ACM, IEEE, American MENSA, der Context-Driven School of Software Testing, hat das Manifest für Agile Softwareentwicklung unterschrieben und hält sich selbst für einen Wirtschaftsaktivisten. Seine Aktivitäten als Autor, Sprecher, Berater und Trainer konzentrieren sich darauf, die Effektivität und Eingliederung von Softwareentwicklungsprozessen in die Wirtschaft zu verbessern.

Ein bisschen Graphentheorie für den fleißigen Entwickler

Stefan Armbruster - Neo Technology

In diesem Vortrag werden wir mächtige analytische Techniken für graphische Daten kennenlernen. Zunächst erkunden wir einige der immanenten Eigenschaften von (sozialen) Graphen aus Bereichen wie Anthropologie und Soziologie. Indem wir die Kräfte und Spannungen innerhalb der Graphenstruktur verstehen und einbisschen Graphentheorie anwenden, werden wir in der Lage sein vorherzusagen, wie sich der Graph über die Zeit entwickelt. Um zu testen, wie mächtig und präzise die Graphentheorie ist, werden wir auch den Zweiten Weltkrieg basierend auf einem sozialen Graphen und einigen einfachen mechanischen Regeln(retrospektiv) vorhersagen können. Danach werden wir sehen, wie Abgleich von Graphen dazu herangezogen werden kann, online Business Intelligence zu extrahieren (für mächtige Empfehlungen für den Einzelhandel). Umgekehrt werden wir diese mächtigen Techniken dazu anwenden, Domänen in Neo4j (einer Graphendatenbank) zu modellieren und zeigen, wie Neo4j dazu verwendet werden kann, Business Intelligence voranzutreiben.

Keine Sorge, es wird nicht viel Mathe enthalten sein :-)!

Tap into the power of slaves with Jenkins

Kohsuke Kawaguchi - Cloudbees, Erfinder von Hudson/Jenkins

Einer der Hauptvorteile von Continuous Integration-Servern ist die Möglichkeit, effektiv eine große Zahl virtueller Computer zu verwenden, da diese billiger und häufiger werden. Dieser Weg wird zunehmend wichtiger, da die zunehmende Rechenstärke klar durch Parallelismus erzielt wird, nicht durch einen schnelleren Einzelrechner. <br/> In diesem Vortrag schauen wir zuerst die Grundlagen an, wie man Jenkins für eine hohe Zahl von Slaves aufsetzt. Dann illustrieren wir mehrere Techniken, die dadurch möglich werden, unter anderem paralleles Testen, Lasttesten mit vielen Last erzeugenden Clients, und die Orchestrierung solcher Aktivitäten. Mehrere Jenkins-Plugins, die für dieses Ziel nützlich sind, werden vorgestellt, außerdem, wie man sie so kombinieren kann, dass sie auch auf der eigenen Jenkins-Instanz funktionieren.

Kohsuke ist der Erfinder von Hudson, welcher später in Jenkins umbenannt wurde. Er schrieb selbständig den Großteil des Hudson/Jenkins-Kerns. Kohsuke hat mehr als zehn Jahre umfangreicher Softwareentwicklung, von Java bis C++, .NET bis x64-Assembler, außerdem Systemexpertise auf mehreren Plattformen, inklusive Windows, Linux und Solaris. Diese Erfahrungsbreite war der Schlüssel für die Entwicklung zahlreicher fortgeschrittener Features von Jenkins. Kohsuke ist heute ein "Elite Jenkins Developer" bei Cloudbees und ein aktives Mitglied des Jenkins User Conference Governance Committee.

Meet the Camel - EAI made easy

Eric Weikl - Principal Consultant,TNG

Die IT-Landschaft vieler Unternehmen ist ein historisch gewachsener Urwald diverser EDV Systeme, sei es gekauft, Open Source oder selbst entwickelt. Um die Geschäftsprozesse des Unternehmens zu unterstützen, müssen diese Systeme miteinander Daten austauschen - SOAP, proprietäre Binärprotokolle oder der gute alte Dateiaustausch kommen hier oft zum Einsatz. Ein Entwickler verbringt in solchen Umgebungen viel Zeit damit, Daten von einem Protokoll in das andere zu packen und für die einzelnen Systeme aufzubereiten. Apache Camel ist eine freie, regelbasierte Routing- und Transformationsplattform, die nach den Enterprise Integration Patterns von Hohpe und Woolfe modelliert wurde. In dem Vortrag wird vorgestellt, wie Camel Entwicklern diese Arbeit erleichtern kann.

Eric Weikl hat an der Fachhochschule München Informatik studiert. Bei TNG ist er als Principal Consultant tätig und seine Schwerpunkte liegen neben der Softwareentwicklung auch im Bereich Architektur, Design und Testing.

DevOps

Software Defined Networking - Quantensprung für den agilen Betrieb?

Bernhard Bock - Principal Consultant,TNG

Mit OpenFlow und Network Virtualization bahnt sich eine weitere Revolution im Rechenzentrum an: Die Netzwerk-Infrastruktur wird ähnlich flexibel und automatisierbar wie es die Server mit der Einführung von virtuellen Maschinen geworden sind. Dies bietet ganz neue Möglichkeiten und Herausforderungen für den modernen IT-Betrieb. Durch Automatisierung lässt sich Aufwand und Fehlerquote reduzieren, jedoch müssen viele der jahrelang eingeschliffenen Arbeitsabläufe angepasst werden. Es ergeben sich grundlegend neue Architekturen für Netze, die bisher nicht umsetzbar waren. Der Vortrag gibt einen Überblick über die technologischen Ansätze und versucht herauszuarbeiten, wieso mit Software Defined Networking ein weiteres wichtiges Puzzlestück für Devops Einzug in Enterprise Netzwerke hält.

Bernhard Bock ist Principal Consultant bei TNG. Er studierte Elektro- und Informationstechnik an der TU München.

Agile Methoden

Agilität und Qualität: Zwei Seiten einer Medaille

Sebastian Bergmann - Erfinder von PHPUnit

Wenn man kontinuierlich neue Features entwickelt und neuen Code häufig live stellt, dann darf Qualität nicht nachträglich passieren. Dieser Vortrag erklärt, wie Agilität und Qualität in Einklang gebracht werden können und was dies für die Architektur Ihrer Software bedeutet.

Sebastian Bergmann ist einer der führenden Köpfe in PHP-Development und PHP-Qualitätssicherung. Er hat entscheidend daran mitgewirkt, dass PHP sich in eine zuverlässige Plattform für große, kritische Projekte gewandelt hat. Weltweit profitieren Unternehmen und PHP-Entwickler von Werkzeugen, die er entwickelt hat.

Web-Technologie

Bringing Symfony Components in your Legacy Code

Hugo Hamon - Head of Training, SensioLabs

Dieselbe Frage stellt sich jedesmal bei Legacy-Code: Sollen wir ihn behalten oder die ganze Applikation neu schreiben? Eine schwere Entscheidung! Sowohl das Behalten von Legacy-Code als auch das Neuschreiben der ganzen Applikation kann eine Menge Geld kosten. Eine andere Lösung wäre, den Code Schritt für Schritt zu ändern durch Einführung neuer wertvoller Software-Stücke, wie es Drupal für ihr geplantes Hauptrelease tut. Dieser Vortrag erklärt, wie Nutzenaus bekannten alleinstehenden Komponenten von Symfony2 gezogen werden kann, um bestehenden Legacy-Code zu verbessern und zu modernisieren. Die Wiederverwendungbekannter und getesteter Symfony-Komponenten garantiert darüber hinaus eine glatte Lernkurve und den Support durch die größte Community von PHP-Entwicklern.

Hugo Hamon ist ein Fan von PHP und Symfony und arbeitet seit 2003 mit PHP. Nach fünf Jahren als professioneller PHP Webentwickler in Weragenturen für berühmte französische Kunden ist er derzeit als Consultant und Head of Training bei SensioLabs tätig. In seiner Freizeit trägt er zum Symfony2 Projekt bei (Quellcode und Dokumentation)und ist als Organisationsmitglied an der französischen PHP Assoziation beteiligt. Hugo hat bereits französische und englische Bücher zu PHP und dem Symfony-Framework geschriebenoder dazu beigetragen.

Refactoring PHP - Von Legacy nach Symfony

Stefan Kirsch - Principal Consultant, TNG

PHP ist eine der am weitverbreitetsten Sprachen für Webapplikationen. Trotz ihrer ursprünglichen Auslegung für die "Personal Homepage" haben heute viele Unternehmen kleine und große PHP-Applikationen im Einsatz, die oft über viele Jahre und ohne den Einsatz moderner Entwicklungstechniken oder Frameworks entstanden sind. Heute gibt es mit Symfony2 und Doctrine ein Ökosystem der neuen Generation, das sich vieler Patterns aus der jüngeren Java- und Ruby-Welt bedient. Es stellt sich nun die Frage, wie man Legacy-Applikationen mit mehreren hunderttausend Zeilen Code auf eine solche Plattform heben kann. Wir zeigen einen Weg, mittels dessen wir aus einer verfahrenen Legacy-Applikation eine moderne, testbare und stabile Webapplikation gemacht haben. Währenddessen blieb das System als Ganzes jederzeit einsatzfähig. Dabei sollen unter anderem die Features des Frameworks, das Setup einer auf Best Practices basierenden Entwicklungsumgebung sowie das Vorgehen bei der Migration beleuchtet werden.

Stefan Kirsch ist Principal Consultant bei TNG. Er studierte Physik an der Universität Regensburg.

Programmiersprachen

Obwohl deklarative Hochsprachen wie Haskell mächtige Abstraktionswerkzeuge bereitstellen, werden sie üblicherweise als inhärent ineffizient betrachtet. Es ist jedoch nicht nötig, die Abstraktion zugunsten der Performance zu opfern. In meinem Vortrag werde ich zwei Systeme vorstellen, die high-level Haskell Code in hoch performanten low-level Code übersetzen. Eines dieser Systeme verwendet aktuelle Weiterentwicklungen von Compiler und Bibliotheken, um Haskell-Programme für numerische Berechnungen in schnellen Maschinencode zu transformieren und nutzt dafür die SSE und AVX Befehlserweiterungen. Das zweite System kompiliert eine Teilmenge von Haskell für die Verwendung auf GPUs.

Nach seinem Bachelor in Physik promovierte Geoffrey Mainland 2011 bei Greg Morrisett und Matt Welsh an der Hardvard University in Informatik. Zur Zeit ist er Postdoc in der »Programming Principles and Tools Group« bei Microsoft Research in Cambridge. Seine Forschung konzentriert sich auf die Sprach- und Laufzeitunterstützung für Berechnungen auf spezialisierter Hardware.

Verteilte Programmierung mit "Cloud Haskell"

Dr. Andres Löh - Well-Typed

"Cloud Haskell" ist die inoffizielle Bezeichnung für eine Reihe von Biblotheken, die es ermöglichen, ähnlich zu Erlang verteilte nebenläufige Programme in Haskell zu schreiben, die nicht auf geteiltem Zustand, sondern ausschließlich auf der Übermittlung von Nachrichten basieren. Cloud Haskell bietet dem Programmierer dabei eine globale Sicht auf das verteilte Programm: statt verschiedene Programme für verschiedene Rechner zu schreiben, schreibt man ein einziges Programm, das dann auf allen Rechnern ausgeführt wird - recht ähnlich zu einem normalen nebenläufigen Programm. Eine Anwendung kann von der Funktionalität des Frameworks Gebrauch machen: zum Beispiel können weitere Rechner ermittelt und initialisiert werden, oder Werte können zwischen den einzelnen Rechnern hin- und hergeschickt werden. Komplexere Funktionen können mit Hilfe der angebotenen grundlegenden Operationen implementiert werden. Wie man von Haskell erwarten kann, integriert Cloud Haskell sich nahtlos in das Typsystem von Haskell, ist aber zugleich sehr flexibel: nahezu alle Werte aller Typen, auch Funktionen, können über das Netz geschickt werden. Dies ermuntert einen Programmierstil mit flexibler Arbeitsaufteilung. Cloud Haskell benötigt keine speziellen Erweiterungen im Haskell-Compiler. Es ist daher einfach, es zu erweitern oder anzupassen. Zum Beispiel kann man recht einfach neue zugrundeliegende Netzwerkprotokolle implementieren oder mehrere "Back-ends" (lokale Netzwerke, virtuelle Maschinen in der Cloud, ...). Zudem hat Cloud Haskell keinen Exklusivitätsanspruch: man kann es problemlos in Verbindung mit anderen Haskell-Bibliotheken für nebenläufige und parallele Programme verwenden. Dieser Vortrag bietet eine praxisorientierte Einführung in Cloud Haskell: mittels einiger kleinerer Beispielprogramme werde ich versuchen, einen Eindruck zu vermitteln, wie die Programmierung mit Hilfe dieser Bibliotheken funktioniert. Es sind keine Vorkenntnisse in Haskell erforderlich.

Andres Löh ist schon seit vielen Jahren begeisterter Benutzer funktionaler Programmiersprachen. Er hat im Jahr 1997 im Rahmen seines Mathematikstudiums angefangen, Haskell zu verwenden. Später forschte er an der Universität Utrecht zum Thema "Datentyp-Generische Programmierung" unter Verwendung von Haskell und promovierte im Jahr 2004. Auch danach hat er Haskell weiterhin sowohl in der Forschung als auch in der Praxis eingesetzt, und zahlreiche Kurse mit Teilnehmern sowohl aus dem akademischen Bereich wie auch aus der Wirtschaft unterrichtet. Neben der bereits erwähnten datentyp-generischen Programmierung interessiert er sich besonders für domänenspezifische Sprachen, für das Typsystem von Haskell, das er weiter zu stärken und verbessern versucht, für Parallelismus und ganz allgemein für die Anwendung funktionaler Sprachen auf Problemstellungen aus dem echten Leben. Seit 2010 ist Andres Löh Haskell-Berater und Partner bei Well-Typed LLP.

Das nächste große Ding?

Golo Roden - JavaScript-Spezialist

Wie kommt es eigentlich, dass urplötzlich eine 18 Jahre alte Skriptsprache, die nicht gerade den besten Ruf genießt, zum weltweiten Hype wird ­ ´von Silicon Valley bis Unterföhring? Und was noch viel wichtiger ist: Handelt es sich dabei "nur" um einen ein Hype um des reinen Hypes Willen, den man guten Gewissens ignorieren kann? Oder verschläft man gerade einen grundlegenden Wechsel, hin zu *DER* zukünftigen Plattform für die Entwicklung moderner Webanwendungen schlechthin? Golo Roden zieht Schlüsse aus der Vergangenheit und wagt auf dieser Basis einen Blick in die Zukunft: Ist JavaScript das nächste große Ding?

Golo Roden ist Gründer und Geschäftsführer der the native web UG (haftungsbeschränkt), eines auf native Webtechnologien wie HTML und JavaScript spezialisierten Unternehmens. Er ist zweifacher MVP für C# und der Autor von „Node.js & Co.“, dem ersten deutschsprachigen Buch zu Node.js. Sie finden seine Kontaktdaten auf www.thenativeweb.io.

Hardware Hacking

Taking Augmented Reality out of the Laboratory and into the Real World

Dr. Christian Sandor - Direktor, Magic Vision Lab

Dieser Vortrag stellt unsere Bemühungen dar, kommerzielle Anwendungen mit Augmented Reality (AR) zu erschaffen, einer Technologie für Benutzerinterfaces, die Computergrafiken über die Sicht des Benutzers auf seine Umgebung legt. Zusammen mit unseren Partnern aus der Industrie untersuchen wir zwei Szenarien: einmal, die mobile Informationssuche auf Handys (Nokia); zum Zweiten, industrielles Produktdesign (Canon). Während des letzten Jahrzehnts wurde die mobile Informationssuche auf Handys eine weitverbreitete Praxis. Dies wurde durch die Zunahme der WLAN-Infrastruktur und vor allem der Menge an Online-Daten ermöglicht. Durch die Anwendung von AR ermächtigen wir die Benutzer, auf digitale Daten flüssiger zuzugreifen und dadurch alltägliche Aufgaben viel effektiver zu unterstützen als durch herkömmliche Benutzerinterfaces. Ein Beispiel ist AR Röntgensicht, die den Benutzer dazu befähigt, durch Gebäude und andere Hindernisse hindurchzusehen. Eine häufige Aufgabe im industriellen Produktdesign ist es, physische Prototypen neuer Produkte zu entwickeln. Als häufige Methode zur Modellerstellung werden 3D-Drucker dafür verwendet. Jedoch sind diese langsam und teuer und Änderungen an der Form sind teuer und arbeitsintensiv. Wir untersuchen komplett virtuelle Prototypen, die durch AR betrachtet und mit Hilfe eines haptischen Apparats befühlt werden können. Das ermöglicht dem Benutzer, interaktiv Form und Aussehen eines Prototypen zu verändern. Nachdem wir erfolgreich virtuelle Prototypen mit einem haptischen Objekt in der Form eines Stifts demonstrieren konnten, entwickeln wir derzeit ein System, das es dem Benutzer ermöglicht, die virtuellen Prototypen mit allen Fingerspitzen zu berühren. Videos unserer Prototypen sind hier zu finden: http://www.magicvisionlab.com.

Dr. Christian Sandor ist Senior Dozent an der University of South Australia, wo er das Magic Vision Lab leitet, und zudem Visiting Associate Professor an einer der angesehensten Universitäten in Japan: Tohoku University. Seit dem Jahr 2000 ist sein führendes Forschungsinteresse Augmented Reality, weil er glaubt, dass diese einen weitreichenden Einfluss auf die Zukunft der Menschheit haben wird. Weitere Forschungsgebiete beinhalten: Mensch-Maschine-Interaktion, Visualisierung, Computergraphik, Computer Vision, Haptik und Softwareentwicklung. Zusammen mit seinen Studenten hat er Auszeichnungen bei der führenden Konferenz in seinem Gebiet gewonnen, der IEEE International Symposium on Mixed and Augmented Reality (ISMAR): beste Demo (2011) und zweitbestes Poster (2012). Er hat bereits mehrere Keynotes präsentiert und Funding von nahezu 1,5 Millionen Dollar erworben. Kürzlich wurde das Magic Vision Lab als erstes Labor in Australien im Samsung Global Research Outreach Program ausgezeichnet. Davor arbeitete er an Canons führendem technologischen Forschungszentrum in Tokyo, Japan. Dort entwickelte er ein Desingumfeld, das es Benutzern ermöglicht, virtuelle Objekte zu sehen und zu berühren und erfand einen 3D-Cursor für mobile Augmented Reality. Bevor er zu Canon kam erwarb er seinen Doktor in Informatik an der TU München. Unter der Aufsicht von Prof. Gudrun Klinker und Prof. Steven Feiner entwickelte er ein Software Framework und Autorensysteme für verteilte Augmented Reality Userinterfaces. Mit Hilfe dieser Systeme schuf er eine Reihe von Anwendungen, von Kunstinstallationen bis hin zu industriellen Anwendungen. In einer Kooperation mit BMW arbeitete er in einem interdisziplinären Team, um Augmented Reality Fahrerassistenzsysteme zu erforschen.

Lock-Hacking - High- und Lowtechattacken auf elektronische Schlösser

Michael Hübler und Ray,The Open Source Lock

Moderne elektronische Schließsysteme versprechen ein Höchstmaß an Sicherheit - der Nachweis, ob sie das auch wirklich halten, fällt allerdings schwer. Während die meisten mechanischen Schlösser von sehr vielen unabhängigen Experten aus der internationalen Locksport Community getestet werden - und daher der häufig nur geringe Widerstand gegen Manipulation weithin bekannt ist - werden elektronische Schlösser vergleichsweise wenig unabhängig getestet. Wenn dies aber intensiv passiert, werden regelmäßig erhebliche Schwächen sichtbar. Wir stellen typische Schwächen anhand von Beispielen vor und beschreiben die Vorgehensweisen, mit denen wir solche Schwächen finden. Aber dabei soll es nicht bleiben: Ein Open Source Ansatz - in der Softwareindustrie gang und gäbe, in der Sicherheitsindustrie aber revolutionär - kann die genannten Probleme zuverlässig lösen. Etwaige Schwachstellen werden dann durch Peer Reviews frühzeitig aufgedeckt und behoben.

Ray und Michael sind in der Sportgruppe München des SSD e.V. und in der internationalen Locksport Community aktiv. Dazu gehören eine Reihe von Vorträgen und Publikationen und die regelmässige Teilnahme an sportlichen Wettkämpfen, bei denen Schlösser durch Manipulation (Lockpicking) oder andere Techniken zerstörungsfrei geöffnet werden. Michael beschäftigt sich seit über 30 Jahren privat mit Sicherheitstechnik, der Analyse von Schlössern und der Entwicklung und Herstellung von Werkzeugen zu deren zerstörungsfreien Manipulation.

Ich habe nie aufgehört zu träumen und ein Buch war für mich nie zu Ende. Steampunk ist für mich die Freiheit Science-Fiction aus der Vergangenheit weiterzuspinnen. Oder auch andersrum. Wie hätte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts etwas ausgesehen, wenn es das schon gegeben hätte. Wie hätte ein Babyphon von Marconi ausgesehen und wie hätte man sich vor über 100 Jahren einen elektronischen Briefkasten vorgestellt? Ich möchte Sie neugierig machen, warum es sich lohnt, alte Erfindungen neu zu betrachten. Ich zeige Ihnen, welche Freude es macht, ein positiver Querdenker zu sein und auf welche Ideen man so kommt, wenn man sich die Frage stellt: „Wie hätten unsere Vorfahren vielleicht das eine oder andere Problem gelöst, wenn sie es denn gehabt hätten?“ Als Ihr Reiseleiter durch eine Zeit, die es vielleicht mal so gegeben hätte, freue ich mich Ihnen die Vielfalt und Schönheit des Steampunks zu zeigen.

Joachim Buff ist Ingenieur für Medizintechnik und studierte bis 1994 an der FH Ulm. Sein Praxissemester und seine Diplomarbeit absolvierte er bei Busse Design, das er als zweitspannendste Zeit seines Lebens bezeichnet. Er lebt in Frankfurt am Main, ist glücklich mit seiner Frau, die ihn am Abend in den Keller lässt, um “Sachen zu erfinden“ und ist Vater von drei Kindern.

Hardware-Hacking mit der Arduino Platform: Sensorgeregelte, außergewöhnliche MIDI-kompatible Musikinstrumente selber bauen

Martin Förtsch und Stefan Wendler - Senior Consultants, TNG

Arduino ist eine Open-Source Plattform für Elektronik-Prototyping, bei der flexible und einfach zu bedienende Hard- und Software im Mittelpunkt steht. Zielgruppe der Arduino-Plattform sind u.a. Künstler, Designer, Bastler und alle diejenigen, die Spaß daran haben, interaktive Objekte oder Umgebungen zu kreieren. In diesem Vortrag werden u.A. alternative Eingabemethoden zur Synthesizersteuerung mit Hilfe der Arduino-Plattform gezeigt. Vorgestellt werden die BeatSneakers, eine Lava-Lampe mit Lichtsensoren und das berührungslos gespielte Laser-Theremin sowie deren jeweilige technische Umsetzung. Unabhängig von der Arduino Platform wird der neue Leap Motion-Controller vorgestellt. Dieser millimetergenaue Hand- und Finger-Trackingcontroller ist eine Weltneuheit im Bereich der Mensch-Maschine Interaktion. Sie ermöglicht es mit Hilfe von 3D-Tiefentracking Objekte mit der bloßen Hand fernzusteuern.

Stefan Wendler und Martin Förtsch sind als Senior Consultants bei TNG tätig. Daneben sind beide auch Musiker und haben sich dabei hauptsächlich auf den Einsatz des Synthesizers spezialisiert.
Martin Förtsch hat an der Hochschule Merseburg Informatik und angewandte Naturwissenschaften studiert. Bei TNG beschäftigt er sich neben der Softwareentwicklung auch mit Business Intelligence.
Stefan Wendler hat bei der Deutsche Telekom AG in Erfurt eine Ausbildung im Bereich IT-Consulting gemacht. Seine Schwerpunkte liegen unter anderem im Bereich der Linux-Systemadministration, Infrastructure As Code und der Softwareentwicklung mit Ruby.

OpenGovernment

Die Open-Bewegung – wie neue Technik neues Recht hervorbringt

Timo Ehmann - jusmeum

„Je mehr Urheberrechtsschutz es gibt, desto mehr Werke werden geschaffen.“ So hat man im vergangenen Jahrhundert gedacht. Dann kam OpenSource und alles war auf einmal anders. OpenAccess, OpenData, OpenGovernment, OpenKnowledge und OpenSource haben (außer dem "Open") gemeinsam, dass eine technische Entwicklung zu neuem Denken und neuem Recht geführt hat. Der Vortrag gibt einen Überblick über den Stand der Bewegung, versucht eine gemeinsame Definition des „Open“ und riskiert einen Blick, wo uns das Ganze hinführen kann.

Dr. jur. Timo Ehmann ist Gründer der vertikalen juristischen Suchmaschine jusmeum.de und Rechtsanwalt in der Kanzlei SFVD in München. Er ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der Open-Knowledge-Foundation Deutschland e.V. und berät das Bundesinnenministerium als Sachverständiger in Sachen OpenGovernment.

Abenteuer

In Thin Air -Passion high-altitude mountaineering

Alix von Melle and Luis Stitzinger

In ihren Multivisionsvorträgen entführen Sie Alix von Melle und Luis Stitzinger in die faszinierende Welt der Achttausender. 16:9-Bildformate, Bildeffekte, Videoeinspielungen und Musikuntermalung lassen den Zuschauer das Geschehen auf Expedition packend nacherleben. Durch wechselnde Erzählperspektiven entsteht ein lebendiger Live-Dialog, der das Abenteuer einer schwierigen Bergbesteigung spannend aus verschiedenen Blickwinkeln beschreibt.

Alix von Melle und Luis Stitzinger gehören seit Jahren zu den aktivsten deutschen Expeditionsbergsteigerpaaren. Luis, der als Produktmanager Expeditionen und Expeditionsleiter für den DAV Summit Club tätig ist, zählt zu den weltweit leistungsstärksten Extremskifahrern und Höhenbergsteigern. Alix, Pressesprecherin bei Globetrotter Ausrüstung in München, ist die derzeit erfolgreichste Expeditionsbergsteigerin Deutschlands. Jedes Jahr sind sie mehrfach zusammen an den Bergen der Welt unterwegs. Jeder der beiden besitzt seine eigenen Qualitäten und Ambitionen, so entstehen auf ein und derselben Reise häufig die verschiedensten Projekte. Die aktuellen Pläne/Expeditionen können hier mitverfolgt werden: www.goclimbamountain.de

Technokunst

Kryptos - on the fusion of art and science

Jim Sanborn - Künstler

Jim Sanborn ist ein amerikanischer Bildhauer und Photokünstler. Am bekanntesten ist seine mathematisch-kryptographische Skulptur Kryptos, die vor dem Hauptquartier der Central Intelligence Agency in Langley, Virginia, steht.

Jim wird über folgende Arbeiten berichten: Kryptos, Topographic Projections, Implied Geometry, Atomic Time und Terrestrial Physics. Darüberhinaus wird er einen Einblick in seine neueste Serie, Without Provenance 2012, geben.