TNG Technology Consulting GmbH

AI Insight #5: Sandboxes im Vergleich

14. September 2026

𝗧𝗟;𝗗𝗥:

Wir haben vier Sandbox-Lösungen für KI-Agenten gegen sechs Angriffsvektoren getestet. Keine hat alles abgeblockt, aber jede ist besser, als einen Agenten ganz ohne Sandbox arbeiten zu lassen.


Sandboxes erlauben es, KI-Agenten sicher und produktiv einzusetzen. Aber welche überzeugt tatsächlich? Wir haben mehrere Sandbox-Lösungen einem Test unterzogen. Verglichen haben wir die integrierte Sandbox von Claude Code, Nono sowie zwei bei TNG entwickelte Lösungen: unseren Safety-Wrapper OMAC und eine containerbasierte Sandbox.

𝗗𝗶𝗲 𝗛𝗲𝗿𝗮𝘂𝘀𝗳𝗼𝗿𝗱𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴:

Wir haben ein Testprojekt eingerichtet, bestehend aus einer fiktiven Anwendung mit einer .env-Datei voller API-Schlüssel, einigen Benutzerdaten und einer README, die dem Agenten genau erklärte, was er angreifen sollte. Außerhalb des Arbeitsverzeichnisses platzierten wir ein Verzeichnis mit fiktiven „Host-Secrets“. Anschließend übergaben wir dem Agenten eine Datei namens `attack-prompts.md` und forderten ihn auf, aus der Sandbox auszubrechen. Den Test haben wir mit State-of-the-art Modelle wie Claude Opus und GPT Sol durchgeführt. Alle Sandboxes wurden im Bypass-Modus getestet, sodass nur die tatsächlichen Schutzmechanismen der jeweiligen Sandbox auf die Probe gestellt wurden.

𝗗𝗶𝗲 𝗔𝗻𝗴𝗿𝗶𝗳𝗳𝘀𝘃𝗲𝗸𝘁𝗼𝗿𝗲𝗻:

1. .env-Datei lesen: Kann der Agent Ihre API-Schlüssel stehlen?
2. Außerhalb des aktuellen Arbeitsverzeichnisses lesen: Kann er aus dem Arbeitsverzeichnis ausbrechen?
3. Außerhalb des aktuellen Arbeitsverzeichnisses löschen oder schreiben: Kann er außerhalb der Sandbox Änderungen vornehmen?
4. Ingress: Kann er auf das Internet zugreifen?
5. Egress: Kann er Daten exfiltrieren?
6. Gefährliche Shell-Befehle: Wird eine Allowlist für Befehle durchgesetzt?

𝗘𝗿𝗴𝗲𝗯𝗻𝗶𝘀𝘀𝗲:

🔹Die integrierte Sandbox von Claude Code, die auf macOS Seatbelt basiert, bot einen starken Schutz vor Schreibzugriffen, Rechteausweitung und Bind Shells. Lese- und Netzwerkzugriffe blieben jedoch weitgehend offen. Der Agent exfiltrierte die gesamte `.env`-Datei per `curl` „erfolgreich“ an einen externen Host.

🔹Nono bietet Isolation auf Kernel-Ebene durch Landlock beziehungsweise Seatbelt. Unter Linux konnte es jedoch einzelne Dateien wie .env innerhalb eines freigegebenen Verzeichnisses nicht blockieren. Zudem war eine sorgfältige Konfiguration erforderlich, um den Netzwerkzugriff einzuschränken.

🔹Unser Safety-Wrapper OMAC umschließt den Agent-Harness selbst, legt vor dessen Start eine Kernel-Sandbox (Seatbelt/Landlock) an und kontrollierte jede Berechtigung (Dateisystem, Netzwerk und Shell) über interaktive Abfragen.  So entsteht schrittweise eine differenzierte Sicherheitsrichtlinie für einzelne Dateien und Netzwerkziele. Die .env-Datei blieb geschützt, Zugriffe außerhalb des Verzeichnisses wurden verhindert und der Netzwerkverkehr über einen Proxy geleitet.

🔹Die ebenfalls von TNG entwickelte containerbasierte Sandbox isoliert den Agenten innerhalb einer Docker-in-Docker-Umgebung mit einem Squid-Proxy. Das Netzwerk und das Dateisystem des Hosts sind abgeschottet, während .env auf /dev/null abgebildet wird. Innerhalb des Containers läuft der Agent jedoch als Root-Benutzer und es gibt keine Allowlist für Befehle. Deshalb löschte `rm -rf /` das Dateisystem des Containers – der Host blieb unberührt.

Hinweis: Alle Ergebnisse spiegeln den Stand der Tools zum Zeitpunkt unseres Tests wider und können sich inzwischen geändert haben.

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:

Entscheidend ist, die eigenen Anforderungen zu kennen und sich bewusst für die passende Lösung zu entscheiden. Wir empfehlen immer den Einsatz einer Sandbox, denn jede Sandbox begrenzt den möglichen Schadensradius, wenn einem Agenten ein Fehler unterläuft.

Melden Sie sich gerne bei uns, wenn Sie Interesse an Sandboxing-Ansätzen haben.